Noch nicht verkauft: 50 Six Street in Minnessota<br>Quelle: Kanam

Noch nicht verkauft: 50 Six Street in Minnessota
Quelle: Kanam

Aufgelöst: Adieu Kanam US-Grundinvest

In den vergangenen sieben Monaten hat die Fondsgesellschaft bereits zehn der insgesamt 17 Immobilien verkauft, für eine weitere wurde bereits ein Vorvertrag unterschrieben. Aufgrund der Verkäufe wird Kanam bis zum Jahresende 250 Millionen Dollar an die Anleger auszahlen.  Immobilien, die bis März 2012 nicht verkauft sind, gehen auf die Depotbank M.M. Warburg über, die den Verkauf übernehmen und den Erlös an die Anleger auszahlt.

Der am 20. Mai 2003 aufgelegte Fonds hat ein Volumen von rund 540 Millionen Dollar und hält als einziger offener Fonds in Deutschland ausschließlich US-Immobilien. Im Zuge der Finanzkrise hätten zahlreiche Anleger die plötzliche Stärke des US-Dollar für Gewinnmitnahmen aus Anteilsverkäufen genutzt, begründet Kanam die anschließenden Liquiditätsprobleme. Sie setzte darum am 27. Oktober 2008 die Anteilsrücknahme durchweg aus. Ist das mehr als 24 Monate am Stück der Fall sieht das Investmentgesetz vor, dass der Fonds bis dahin entweder wieder geöffnet oder aufgelöst werden muss. Gemäß dem vom Kabinett beschlossenen Entwurf für das Anlegerschutzgesetz dürfen Fonds künftig nur noch bis zu zwölf Monate dichtgemacht werden.
Die besten Alternativen zu offenen Immobilienfonds
Kanam hatte in Februar dieses Jahres anhand einer repräsentativen Vertriebspartner-Umfrage ein Rückgabevolumen von rund 200 Millionen Dollar ermittelt, per Ende September ergab die Umfrage ein Volumen von 300 Millionen Dollar. Eine nachhaltige Fortführung des Fonds scheide damit aus, heißt es von der Gesellschaft. Um die erforderliche Liquidität zu beschaffen, müssten so viele Immobilien verkauft werden, dass investmentrechtliche Vorgaben wie zum Beispiel die Risikostreuung des Portfolios nicht mehr gewährleistet sei.

Erst am Montag dieser Woche hatte Allianz Global Investors den Immobilien-Dachfonds Premium Management Immobilien-Anlagen P (WKN A0ND6C) geschlossen, nachdem Anleger binnen eines Tages aufgrund einer Vertriebsoffensive der Commerzbank rund 500 Millionen aus dem Fonds abzogen. Das könnte erneut eine Kettenreaktion unter den Anlegern offener Immobilienfonds auslösen.

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