Aus ABN wird RBS

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Die Zertifikate von ABN Amro werden künftig die Marke der Royal Bank of Scotland tragen: RBS. DAS INVESTMENT.com klärte mit der Zertifikatespezialistin Funda Tarhan zu diesem Thema einige Fragen.

DAS INVESTMENT.com: In einer Pressemitteilung hieß es, dass für die Zertifikate weiterhin das Kredit-Rating der ABN Amro Bank gilt. Warum wird nicht das Rating der RBS übernommen, von der ja nun auch die Marke auf den Produkten steht?

Funda Tarhan: Die RBS ist nicht direkt die Mutter der ABN Amro Bank. Vielmehr liegen deren Anteile in der RFS Holding (RFS = Royal Bank of Scotland, Fortis, Santander), die wiederum den drei übernehmenden Banken gehört, wobei die Fortis-Anteile mittlerweile von der holländischen Regierung gehalten werden. Die ABN Amro Bank ist als Ganzes also noch immer intakt, weshalb sie auch weiterhin ein individuelles Rating hat.

DAS INVESTMENT.com: Die RBS steht kurz davor, zumindest teilweise verstaatlicht zu werden. Wie groß ist die Gefahr, dass sich die britische Regierung in das Investmentbanking einmischt und somit auch die Zertifikateabteilung beeinflusst?

Tarhan: Die britische Regierung hat sehr deutlich gemacht, dass sie sich nicht in das operative Geschäft der Banken einmischen wird. Den Käufern von Zertifikaten werden aus dem staatlichen Engagement keine Nachteile entstehen. Im Gegenteil: Dadurch wird die RBS eine der bestkapitalisierten Banken Europas.

DAS INVESTMENT.com: Die RBS war bisher auf dem deutschen Zertifikatemarkt keine besondere Größe, dürfte also vom ABN-Know-how profitieren. Welcher Vorteil springt bei dem Deal für ABN Amro heraus?

Tarhan: RBS ist als Marke international bekannter als ABN Amro. Zwar sind wir mit Zertifikaten bereits in Frankreich, Italien, der Schweiz und Asien erfolgreich vertreten. Durch die neue Marke erhoffen wir uns aber, etwas einfacher in weitere Märkte eintreten zu können.

DAS INVESTMENT.com: Wird es Strategieänderungen geben?

Tarhan: Nicht speziell wegen der Übernahme. Vielmehr reagieren wir auf den sich ändernden Markt, indem wir beispielsweise an weiteren Sicherheitszertifikaten arbeiten. Außerdem entwickeln wir eine Technik, um das Emittentenrisiko zu verringern. Das Ergebnis geben wir aller Voraussicht nach im ersten Quartal 2009 bekannt.

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