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Ausblick 2018 Leicht steigende Staatsanleihenrenditen zu erwarten

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Europa in der Zwickmühle

In der Eurozone ist der Aufschwung inzwischen in so vielen Ländern angekommen wie noch nie seit der Finanzkrise. Langsam verheilen die Wunden der Bankenbranche. Und auch wenn die Schieflage in den öffentlichen Haushalten weiter Anlass zur Sorge gibt, dürfte sie erst im nächsten Zyklus zu einem echten Problem werden. Das für die Währungshüter drängendere Thema ist der fehlende Preisauftrieb.

Gleichwohl hält die Europäische Zentralbank (EZB) unverdrossen an ihrem Inflationsziel und damit standhafter an ihrem Mandat fest als andere große Zentralbanken. Das bringt sie in eine verzwickte Lage. Mit dem laufenden quantitativen Lockerungsprogramm und seinen grenzübergreifenden Auswirkungen ist sie sichtlich unzufrieden. Aber angesichts der schwachen Inflationstrends in den Euro-Ländern wird sich die EZB schwertun, eine beschleunigte Normalisierung ihrer Geldpolitik plausibel zu begründen.

In Großbritannien kann sich die Lage unterdessen noch weiter verschlimmern, bevor sie sich zum Besseren wendet. So stehen die Daten zum Häusermarkt, normalerweise ein guter Frühindikator für die Wirtschaft, wegen der Brexit-Unsicherheiten unter Druck. Derweil dürfte eine schwächelnde Wirtschaft die Bank von England (BoE) davon abhalten, an der Zinsschraube zu drehen.

In Japan könnten das stärkere Wachstum und die sich schließende Produktionslücke die Notenbank ermuntern, ihr Renditeziel für zehnjährige Staatsanleihen Ende 2018 anzuheben.

China gibt die Richtung vor

Abgesehen von diesen Märkten werden China und die Möglichkeit eines langsameren Wirtschaftswachstums vermutlich im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen und die Richtung für die asiatische Region, Rohstoffe und die allgemeine Risikobereitschaft vorgeben. Angesichts eines erheblichen Schuldenüberhangs erinnern uns die zuletzt hochgeschnellten Renditen bei Renminbi-Anleihen daran, wie fragil und unausgewogen die Wirtschaft im Reich der Mitte ist. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Chinas Währungshüter über reichlich Reserven verfügen, um einen Absturz abzufedern.

Für die Anleihenmärkte bedeuten anhaltendes Wachstum und weiter steigende Zinsen in den USA, dass weltweit mit zyklischem Aufwärtsdruck auf die Renditen zu rechnen ist. Zugleich bleiben die strukturellen Faktoren intakt, die die Renditen an den Anleihenmärkten längere Zeit niedriger gehalten haben. Dazu zählen der hohe Schuldenstand, der demografische Wandel, ein geringes Produktivitätswachstum und Politikverdrossenheit.

Unter dem Strich erwarten wir daher für 2018 weiter steigende Staatsanleihenrenditen, aber nur geringfügig höher als derzeit an den Märkten eingepreist. Auf Sicht der kommenden zwölf Monate gehen wir in unserem Basisszenario von einem Renditeanstieg bei US-Staatsanleihen von 2,35 Prozent auf 2,5 bis 2,75 Prozent aus.

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