Ausblick auf die Weltwirtschaft „Wir erwarten 2018 das neunte Jahr des Aufschwungs“

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Inflation bleibt Fehlanzeige

Auch weil die Geldpolitik weiterhin kräftig anschieben kann. Denn die Inflation bleibt vorerst Fehlanzeige, eine laut Varnholt „charakteristische Besonderheit des aktuellen Zyklus“. In der Vergangenheit provozierten Aufschwünge ihren eigenen Niedergang, indem sie überhitzten, Inflation schufen und damit Bremsmanöver der Währungshüter auslösten, die dann meist die Zinsen erhöhten. Davon kann aktuell keine Rede sein, die offiziellen Preisanstiege sind gering. Zudem dämpfen niedrige Rohstoffpreise.

Seit Politik und Notenbanken versuchen, die Finanzkrise zu bewältigen, gibt es den alten Mechanismus nicht mehr. Ohne eine Inflation oberhalb der selbst ausgegebenen Zielmarken haben Notenbanken keinen Grund, den Aufschwung zu bremsen. Das hätte ihr Verhalten 2017 erneut bestätigt, so Varnholt.

Digitalisierung senkt Kosten

Als Ursache für die geringe Inflation haben nicht wenige Finanzexperten Amazon, Alibaba und deren Wettbewerber ausgemacht. Die kostensenkende Digitalisierung und nicht zuletzt die neue Preismacht der Online-Handelsplätze seien in weiten Teilen für die geringe Teuerung verantwortlich, so Varnholt: „Das Internet hat die Inflation gekillt. Frieden, Globalisierung, Digitalisierung und demografische Alterung sind die strukturellen Deflatoren unserer Zeit.“ Solange die Inflation eine Randerscheinung bleibe, gäbe es keinen Grund, Angst vor der Geldpolitik zu haben.

Engpässe auf dem Arbeitsmarkt

Und wie solide stehen die Abnehmer der deutschen Exporteure da? In den USA, der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt, läuft es rund. Das Verbrauchervertrauen rangiert bereits auf dem höchsten Stand seit dem Jahr 2000. Einige Experten befürchten schon Engpässe auf dem Arbeitsmarkt, was die Löhne steigen ließe.

Dann könnte die US-Notenbank Experten zufolge den Leitzins unter Umständen doch schneller als erwartet nach oben korrigieren. Sollte es US-Präsident Donald Trump tatsächlich gelingen, mit einer Steuerreform Milliardensummen zurück in die Staaten zu holen, käme dies außerdem einem großen Konjunkturpaket gleich.

In Japan setzt die Regierung ihre Abenomics fort. Dieser Mix aus Steuer- und Geldpolitik führt zu Wachstum, treibt aber auch in Nippon bislang die Inflation nicht an.

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