Ausblick für den Bergbausektor Preise bleiben stabil oder steigen

Arbeiter in Rancagua, der weltgrößten Kupfermine: Die Einnahmen aus dem Kupferbergbau sind entscheidend für Chiles Volkswirtschaft. | © Getty Images

Arbeiter in Rancagua, der weltgrößten Kupfermine: Die Einnahmen aus dem Kupferbergbau sind entscheidend für Chiles Volkswirtschaft. Foto: Getty Images

Der Minensektor startete mit einem Anstieg in den ersten beiden Januarwochen um 8,2 Prozent fulminant in das Jahr 2018. Dies war jedoch nur von kurzer Dauer, denn mit den sich zuspitzenden Handelsspannungen zwischen China und den USA trübte sich die Stimmung ein. Die Rohstoffpreise gerieten unter Druck.

Handelskonflikt: Zoll um Zoll

China ist die mit Abstand wichtigste Volkswirtschaft für den Minensektor, da die Volksrepublik rund die Hälfte der weltweit geförderten Rohstoffe verbraucht. Im Jahr 2018 belegten die USA chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen. China revanchierte sich mit Einfuhrabgaben auf amerikanische Güter im Wert von 110 Milliarden US-Dollar. US-Präsident Donald Trump drohte daraufhin mit zusätzlichen Zöllen für Waren aus dem Reich der Mitte im Wert von 257 Milliarden US-Dollar. Im Dezember einigten sich beide Länder schließlich darauf, für die Dauer von 90 Tagen auf die Erhöhung oder Einführung neuer Zölle zu verzichten und auf ein neues Handelsabkommen hinzuarbeiten.

Preisentwicklung von Kupfer, Eisenerz und Bergbauaktien in 2018:

Die dargestellten Zahlen beziehen sich auf die Wertentwicklung in der Vergangenheit. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein zuverlässiger Indikator für aktuelle oder zukünftige Ergebnisse.

Parallel zu den globalen Daten schwächten sich im Jahresverlauf 2018 auch die Wirtschaftsdaten Chinas kontinuierlich ab, so etwa die Industrieproduktion, die Stromerzeugung und die Investitionen. Die Regierung in Peking kündigte deshalb gegen Ende des Jahres ein Konjunkturprogramm an, das sich bisher aber noch nicht in Zahlen niederschlägt.

Preise im Rückwärtsgang

Egal ob Eisenerz, Kupfer oder Bergbauaktien, alle Rohstoffpreise legten den Rückwärtsgang ein, wenn auch zum Teil ausgehend von relativ hohen Niveaus. Dabei war ein interessanter Trend zu beobachten: Eher physisch gehandelte Rohstoffe behaupteten sich besser als solche, die stärker an den Finanzmärkten gehandelt werden.

Eisenerz etwa verbilligte sich im Jahr 2018 lediglich um 2,4 Prozent, während Kupfer ein Minus von 17,5 Prozent hinnehmen musste. Dies deutet unseres Erachtens darauf hin, dass die Angebots- und Nachfragebedingungen für physische Rohstoffe unverändert gut sind und ein Großteil der Preisschwäche auf das Konto von Spekulanten geht.

Uns ist bewusst, dass die Beilegung des Handelskonflikts zwischen den USA und China ein schwieriges Unterfangen ist. In den Vereinigten Staaten gibt es offenbar über die Parteigrenzen hinweg starke Unterstützung für eine harte Haltung gegenüber China. Zudem ist nicht erkennbar, wie das Problem des Technologietransfers gelöst werden kann.

Wir meinen jedoch, dass der Markt die Folgen des Handelskonflikts für das Weltwirtschaftswachstum möglicherweise überschätzt. Schon bei einer geringfügigen Besserung der Beziehungen zwischen beiden Ländern wäre mit einem Anstieg der Rohstoffpreise zu rechnen. Überdies sind wir der festen Überzeugung, dass das Reich der Mitte über die nötigen Mittel verfügt, um eine weiche Landung seiner Wirtschaft herbeizuführen.

Prognose für 2019: Mindestens stabile oder sogar steigende Rohstoffpreise

Bei den meisten Rohstoffen deckt das Angebot derzeit knapp die Nachfrage, was wegen der Investitionskürzungen im Bergbau seit 2012 von rund 66 Prozent aus unserer Sicht auch so bleiben wird. In unserem Basisszenario erwarten wir deshalb, dass die Rohstoffpreise 2019 mindestens stabil bleiben oder sogar steigen. Allerdings nur dann, wenn sich die Konjunktur nicht merklich abkühlt.

In den Kursen von Rohstoffaktien ist aus unserer Sicht jedoch ein wesentlich schlechteres Preisumfeld eingepreist. Wir halten das Verhältnis von Risiken und Chancen im Bergbau für attraktiv. Seit zwei bis drei Jahren bessern sich die Unternehmensbilanzen.  Zudem weisen viele der großen, breit aufgestellten Minenkonzerne eine freie Cashflow-Rendite von über 10 Prozent auf.