Ausblick Was die US-Wirtschaft 2019 bewegen wird

Jerome Powell, Präsident der US-Notenbank Federal Reserve. | © Getty Images

Jerome Powell, Präsident der US-Notenbank Federal Reserve. Foto: Getty Images

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Konjunkturzyklen neigen dazu, sich auf unbestimmte Zeit fortzusetzen, bis eine Art Katalysator sie irgendwann beendet. So ein Katalysator ist in der Regel ein klares Ungleichgewicht, das im Laufe der Zeit in der Wirtschaft entsteht, etwa bei der Immobilienblase Mitte der 2000er Jahre oder der Dotcom-Blase Ende der 1990er Jahre.

„Wir haben noch keine Anzeichen für eine Rezession festgestellt“

Sicherlich, die Stärke der aktuellen wirtschaftlichen Expansion ist im historischen Vergleich betrachtet bescheiden. Und obwohl die Staats- und Unternehmensverschuldung gestiegen ist, lässt sich ein klarer Katalysator für ein Erlahmen der US-Wirtschaft noch nicht erkennen. Laut Berechnungen der US-Notenbank Federal Reserve liegt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den kommenden zwölf Monaten bei nur 14,9 Prozent. Zum Vergleich: Die prozentuale Wahrscheinlichkeit hatte vor jeder der vergangenen sieben Rezessionen die 30-Prozent-Marke überschritten.

„Wir haben noch keine Anzeichen festgestellt, die auf eine drohende Rezession hindeuten“, sagt Jared Franz, Volkswirt bei Capital Group. „Ich erwarte eine Wirtschaft, die sich im Jahr 2019 positiv entwickeln wird, allerdings etwas langsamer. Dieses Wachstum wird jedoch flankiert von einem Rezessionsrisiko, dass das ganze Jahr steigen wird.“

Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in 2019 bleibt niedrig:

Das Momentum ist stark, aber die Inflation steigt

Anstatt sich zu verlangsamen, zeigt die US-Wirtschaft also weiterhin ihre ökonomische Stärke. Mit der Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand seit 49 Jahren hat sich das Lohnwachstum beschleunigt. So stieg im Oktober 2018 der durchschnittliche Stundenlohn gegenüber dem Vorjahr um 3,1 Prozent. Das ist der stärkste Zuwachs seit dem Jahr 2009. Darüber hinaus zeigen sich Binnenkonsum und Industrieproduktion äußerst stark.

57,7 Punkte: PMI deutet in Richtung Inflation

Der Purchasing Managers' Index (PMI) ist der wichtigste und verlässlichste Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA. Er lag zuletzt bei 57,7 Punkten und deutet auf expansive Bedingungen hin. Jeder Wert über 50 deutet auf eine Ausweitung der Produktionstätigkeit hin.

Doch die steigende Produktionstätigkeit ist auch ein Indikator für ein steigendes Inflationsrisiko. Darrell Spence, Ökonom bei Capital Group: „Das robuste Beschäftigungs- und Lohnwachstum, die Produktionstätigkeit und die Ressourcenauslastung geben uns das Gefühl, dass sich die US-Wirtschaft in Richtung einer Inflation entwickelt. Das Signal zeigt deutlich nach oben.“ Die Kerninflation, also der Wert, der die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise ausschließt, lag im September 2018 bei 2,2 Prozent. Einschließlich dieser Preise lag die Inflation im September 2018 bei 2,83 Prozent.

Drei Gründe für mehr Volatilität im Jahr 2019

Nach Jahren der Ruhe kehrte im Jahr 2018 die Volatilität an den US-Aktienmärkten zurück. Und auch im Jahr 2019 müssen Anleger mit höheren Kursschwankungen rechnen. Dafür verantwortlich sind vor allem drei Faktoren: Eine Verschärfung der Geldpolitik durch die Fed, eine Zunahme der Handelsspannungen und eine hohe Staatsverschuldung.