Susanne Woda: Portfoliomanagerin bei GVS Financial Solutions in Dreieich

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Aussichten für Aktionäre der Tabakindustrie

Glimmt der Stengel noch?

Aktionäre von Tabakunternehmen hatten in den letzten zwei Jahren wenig zu lachen, seit zwei Jahren treten die Kurse der Marktführer wie Imperial Tobacco und British American Tobacco auf der Stelle. Kein Wunder - die Branche hat derzeit einen schweren Stand.

In den USA stehen milliardenschwere Gerichtsprozesse an und weltweit sollen die Langzeitfolgen des Rauchens eingedämmt werden, um die Gesundheitssysteme zu schützen. Steigende Tabaksteuern und Schockfotos auf Zigarettenschachteln waren wohl Grund genug für Anleger, sich von den Papieren zu trennen.

Und in der Tat sinkt der Zigarettenkonsum in den Industrieländern kontinuierlich. In den letzten zehn Jahren ging der Zigarettenabsatz in Deutschland um über 40 Prozent zurück - und auch in Amerika sieht es nicht besser aus.

Konzerne machten Umsatzverluste wett

Doch das Verlangen der Konsumenten ist stark. Das konnten die Konzerne nutzen und die rückläufigen Umsätze durch Preiserhöhungen wettmachen. Auch die Expansion in die Emerging Markets macht sich bezahlt. Bei British American Tobacco kommen 75 Prozent der Umsätze aus den Schwellenländern. Tendenz weiter steigend. Hier sind die Bedürfnisse noch anders verteilt als in den Industrieländern.

Im Ergebnis glänzen die Tabakkonzerne weiter mit steigenden Gewinnen. Und die können sich sehen lassen, bis zu 45 Prozent mehr erwirtschafteten die Big Player in den letzten drei Jahren. Und Aktionäre, die sich nicht haben verunsichern lassen und bei der Stange geblieben sind, konnten sich über die jährlichen Dividendensteigerungen bis zu 15 Prozent freuen.

Die Branche ist keinesfalls todgeweiht


Insbesondere ein Trend ist viel versprechend – die E-Zigarette. Erst nur in Nischenprodukt, doch es können sich immer mehr Raucher den Wechsel vorstellen. Der Markt wächst: rund 75 Prozent Umsatzwachstum konnte der Marktführer in 2013 verzeichnen. Zudem könnten neue „alte“ Konsumenten angelockt werden, denn die elektronische Variante soll weniger gesundheitsschädlich sein.

Die Tabakgiganten haben den Trend erkannt. Als erstes wagte sich 2013 der drittgrößte amerikanische Tabakkonzern aus der Deckung und erwarb die Marke „Blu eCigs“. Mit großem Erfolg, wie sich herausstellt. Seit Anfang dieses Jahres treiben nun Altria und Philip Morris das Thema gemeinsam voran.

Noch ein weiterer Aspekt ist interessant: Die Flüssigkeitskapseln gibt es auch tabakfrei mit verschiedensten Aromen, die von Orange über Cappuccino bis Chili reichen. Kommt dieser Trend - ähnlich der Shisha - an, könnte die Tabakindustrie ihre Zielgruppen um die der Nichtraucher erweitern.
Der 31. Mai kann also kommen und auch Anleger können ihr Investment in vollen Zügen genießen.

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