Quelle: Fotolia

Quelle: Fotolia

Auswahl und Gewichtung der Kontrakte für den S&P GSCI

//
Anders als bei den meisten Aktienindizes gibt es keine feste Höchst- oder Mindestzahl von Mitgliedern, sondern es werden alle Kontrakte aufgenommen, die den als Kriterien formulierten Anforderungen entsprechen. Um einen Futureskontrakt in den Index einbeziehen zu können, muss vor allem seine Liquidität gesichert sein.  Daher können im Index nur Futures berücksichtigt werden, die auf US-Dollar lauten, deren Handelszeit in ein Fenster der New Yorker Zeit fällt und die in einem OECD-Staat notiert werden können. Um die Zersplitterung auf eine unüberschaubare Anzahl winziger Positionen zu verhindern, muss jeder Futureskontrakt mit einem definierten Mindestgewicht in den Index eingehen.  Jahr für Jahr werden vom Indexkomitee Hunderte von Futureskontrakten auf ihre Eignung für die Indexmitgliedschaft untersucht. Derzeit sind 24 Rohstoffe im Index vertreten. Die letzte Änderung erfolgte im Januar 2007, als für unverbleites Benzin der bisherige NYMEX Gasoline-Kontrakt gegen den NYMEX RBOB-Kontrakt ausgetauscht wurde. Auch das Gewicht eines Futureskontrakts im Index wird nach klaren Regeln festgelegt. Bei Aktienindizes werden die im Index enthaltenen Aktien entsprechend der Marktkapitalisierung gewichtet, um so ihre wirtschaftliche Bedeutung abbilden zu können. Da dies auch bei Rohstoffen angestrebt wird, werden die einzelnen Rohstoffe entsprechend dem Wert ihrer Weltproduktionsmengen gewichtet. Um außergewöhnliche Ereignisse wie zum Beispiel Ernteausfälle zu glätten, wird jeweils der Durchschnitt aus den Weltproduktionsmengen der letzten fünf Jahre herangezogen. Rohöl zum Beispiel ist daher im S&P GSCI-Gesamtindex rund 200-mal stärker gewichtet als Kakao. Subindizes und aktuelle Zusammensetzung des S&P GSCITM
Neben dem vorgestellten S&P GSCI-Gesamtindex mit 24 Rohstoffen, die nach ihrem Weltproduktionswert gewichtet sind, gibt es eine Reihe von Subindizes, die entweder nur bestimmte Rohstoffarten abbilden oder andere Gewichtungen vornehmen. Mit dem S&P GSCI Reduced Energy, dem S&P GSCI Light Energy und dem S&P GSCI Ultra-Light Energy werden zum Beispiel übergreifende Indizes berechnet, in die der Energiebereich mit einem geringeren Gewicht als dem Weltproduktionswert eingeht. Echte Subindizes des S&P GSCI sind der S&P GSCI Agriculture, in dem nur landwirtschaftliche Rohstoffe vertreten sind, oder der S&P GSCI Industrial Metals, der die Industriemetalle Aluminium, Kupfer, Blei, Nickel und Zink enthält. Es gehören ebenso in diese Kategorie: S&P GSCI Livestock, S&P GSCI Precious Metals so wie der S&P GSCI Energy. Eine Ebene darunter berechnet Goldman Sachs weitere Unterindizes wie beispielsweise den S&P GSCI Grains Commodity Index, in dem nur Futureskontrakte auf Getreide vertreten sind, oder den S&P GSCI Petroleum Index, der sich auf die beiden Rohölsorten WTI und Brent sowie auf unverbleites Benzin, Heizöl und Gasöl bezieht. Auch gibt es Indizes, die sich nur auf einen Rohstoff beziehen. Zu erwähnen sind hier zum Beispiel die S&P GSCI-Subindizes auf Gold und auf Silber. Der Rohstoff-Radar von Goldman Sachs: Die wichtigen Rohstoffe "auf dem Radar" wöchentlich per E-Mail >> kostenlos abonnieren