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Ausweitung des Anlageuniversums MSCI verstärkt sich mit chinesischen A-Aktien

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Auswirkungen der Aufnahme in die MSCI-Indizes

Die sukzessive anstehende Aufnahme Chinas in den MSCI Emerging Markets Index stimmt zuversichtlich. Die Aufnahme von A-Aktien könnte die Informationspolitik der chinesischen Aktienunternehmen verbessern und den Marktzugang für ausländische Investoren erleichtern. Diese Entwicklung würde es erlauben, auf ein breiteres Spektrum von Unternehmen in strukturellen Wachstumssektoren wie Pharma, Konsum und Technologie zuzugreifen. Als Bottom-up-Anleger mit längerfristigem Anlagehorizont sind wir auch mit Blick auf unsere Fähigkeit, von einer erhöhten Marktvolatilität zu profitieren, zuversichtlich. Wir werden zudem weitere Entwicklungen am Markt für A-Aktien genau im Auge behalten – etwa die Schaffung von Chinese Depository Receipts (CDRs), die eine Notierung von Advanced Depository Receipts (ADRs) US-amerikanischer Internetunternehmen in China ermöglichen werden.

Angesichts der aufgrund seiner Marktkapitalisierung enormen Größe des Markts für A-Aktien sehen wir durchaus Chancen für eine künftige Aufnahme weiterer Titel in die Indizes, woraus sich zusätzliche Kapitalströme in den Markt ergeben. Zudem dürfte infolgedessen ein höherer Anteil des im Inland vorhandenen Kapitals dem Aktienmarkt zufließen.

Es gibt gewisse Bedenken im Zusammenhang mit dem Markt für chinesische A-Aktien, die vor allem die Corporate Governance und die Volatilität betreffen. MSCI zufolge schneiden die Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden sollen, im Vergleich zu anderen Aktien im MSCI Emerging Markets Index in Bezug auf ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales und Governance) im Durchschnitt schwach ab.

Nichtsdestotrotz bieten A-Aktien aus unserer Sicht ein potenziell überzeugendes und umfassendes Spektrum an Chancen: Zum einen bei Anlagen im Hinblick auf die Reform staatseigener Unternehmen und zum anderen bei Engagements in Unternehmen in Bereichen mit starkem strukturellen Wachstum.

Die MSCI-Aufnahme chinesischer Aktien hat zwar das Interesse an A-Aktien erhöht, wir könnten allerdings Kapitalabflüsse bei anderen bestehenden chinesischen Aktienklassen verzeichnen, etwa bei H-Aktien, also Aktien von Unternehmen Festlandchinas, die an der Hong Kong Stock Exchange gelistet sind. Auch die gesonderten Red Chips und P-Chips könnten Abflüsse erleben. Darüber hinaus könnte das Interesse der Anleger an anderen regionalen Märkten sowie an bestimmten Sektortiteln sinken, solange sie ihre Portfolios anpassen, um die neue Zusammensetzung des Index zu berücksichtigen.

Langfristig könnte der Aufschlag zwischen A- und H-Aktien sinken

Kurzfristig ist ein Verschwinden des Aufschlags zwischen A- und H-Aktien unwahrscheinlich. Die Märkte sind ihrem Wesen nach sehr unterschiedlich: Während H-Aktien vor allem von institutionellen Anlegern gehalten werden, sind am Markt für A-Aktien vor allem Privatanleger aktiv. Darüber hinaus haben inländische Anleger aufgrund von staatlich gelenkten Kapitalbeschränkungen eine eher begrenzte Anzahl von Optionen in Bezug auf ihre Kapitalallokation. Langfristig könnte der Aufschlag zwischen A- und H-Aktien zurückgehen, während die Märkte immer enger vernetzt werden.

Die Indexerweiterung von MSCI stellt einen wichtigen Meilenstein dar. Als Anleger blicken wir jedoch immer über Indizes und Schlagzeilen hinaus. Wir konzentrieren uns auf einzelne Unternehmen, die aus unserer Sicht gut positioniert sind, um von strukturellen Treibern zu profitieren.

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