Europäisches Wahrzeichen Eiffelturm in Paris: Vermögensverwalter Source for Alpha hat ausgewertet, welche Branchen in Europa besonders gewinnbringend arbeiten. Foto: imago images / Hans Lucas

Auswertung von Source for Alpha

Geldverwalter arbeiten extrem profitabel

Europäische Vermögensverwalter betreiben ein gewinnträchtiges Geschäft: Unter allen Branchen, die im europäischen Index Stoxx Europe 600 vorkommen, verfügen sie über die zweithöchsten Gewinnmargen. Zu diesem Ergebnis kommt der Vermögensverwalter Source for Alpha in einer Auswertung im Auftrag des Handelsblatts. Die Frankfurter haben sich die 600 im Index platzierten Titel angesehen und gemessen, wie lukrativ die Unternehmen arbeiten. Dafür ermittelten sie für einen Zeitraum von fünf Jahren getrennt nach Branchen den Jahresdurchschnitt.

Das einträglichste Geschäft ist demnach jenes mit Immobilien. Die Gewinnmargen, also die Einnahmen nach Abzug der operativen Kosten im Verhältnis zum Umsatz, sehen hier mit 46 Prozent besonders erfreulich aus.

Gleich dahinter folgen mit 30 Prozent auch schon die Vermögensverwalter. Die Häuser profitierten nicht zuletzt von den hohen laufenden Gebühren, die sie vor allem Privatanlegern für ihre Dienste berechnen, schätzt Finanzwirtschaftler Alexander Kempf vom Center for Financial Studies der Universität Köln gegenüber dem Handelsblatt ein. Beschwingt durch die steigenden Kurse an den Märkten seien die Einnahmen aus Gebühren für die Anbieter in der Hausse der vergangenen Jahre besonders üppig ausgefallen.

Ganz unten nach Gewinnmarge landen dagegen die Versicherungsunternehmen. Sie können gerade einmal 7 Prozent für sich verbuchen – der Niedrigzins lässt grüßen. Immerhin legen die Unternehmen selbst Kapital an und sind verpflichtet, dabei extrem vorsichtig vorzugehen. Unrentable Wertpapiere, die andere Anleger kaum mit der Kneifzange anfassen würden, verhageln hier die Gewinne.

Fairerweise ist zur Auswertung von Source for Alpha anzumerken: Vermögensverwalter ist nicht gleich Vermögensverwalter. Der Begriff umfasst sowohl börsennotierte Fondsgesellschaften wie Amundi oder die DWS, die viele Milliarden Euro betreuen, als auch kleinere Geldverwalter, die im ein- oder zweistelligen Millionenbereich unterwegs sind. Daher mag die pauschale Zuordnung Vermögensverwalter gleich hohe Gewinnmargen vor allem für die Dickschiffe stimmen.

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