Aviva Investors blickt auf den Anleihen-Markt Die fünf wichtigsten Trends 2019

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Wirkt mit seiner Geldpolitik auf die Rentenmärkte: Federal-Reserve-Chef Jerome Powell © Getty Images

1. Straffere Geld- und lockere Fiskalpolitik

Da der durch die Krise entstandene Bedarf an finanziellen Stimuli längst verschwunden ist und das Vertrauen der Notenbanken hinsichtlich einer wiederkehrenden Inflation steigt, wird das Quantative Easing (QE) durch ein Quantative Tightening ersetzt. Gemeint sind konzertierte Bemühungen der Zentralbanken, die Geldpolitik über erhöhte Leitzinsen, auslaufende Anleihekaufprogramme oder durch eine Kombination daraus zu straffen.

Die US-Notenbank hat damit bereits begonnen. Die Europäische Zentralbank stellt ihre Anleihekäufe ein und sogar die Bank of Japan passt ihre Geldpolitik an. Für Anleihen sind das schlechte Nachrichten, insbesondere für das lange Ende der Renditekurve. Noch problematischer ist, dass dies zu einer Zeit passiert, in der mehrere Länder begonnen haben, ihre Fiskalpolitik zu lockern. Es beunruhigt, dass eine der wesentlichen Nachfragequellen nach Anleihen genau dann verschwindet, in dem mehrere Regierungen ihr Defizit wieder ausbauen wollen.

Wenn Notenbanken ihre Aktivitäten zur selben Zeit zurückfahren wie Regierungen anfangen, wieder mehr Staatsanleihen aufzulegen, müssen die Risiken von Staatsanleihen neu bepreist werden. Daher wird die Renditekurve wahrscheinlich wieder steiler werden. Innerhalb Europas ist der italienische Markt trotz der Haushaltseinigung mit der EU weiter fragil. Das könnte heißen, dass auch andere Märkte aus der Peripherie der Eurozone anfällig werden, vor allem mit dem Auslaufen der EZB-Anleihekäufe und einer ersten Zinsanhebung 2019.

2018 gab die US-Notenbank Fed den Ton an: Die Märkte waren von unaufhörlich ansteigenden Renditen der US-amerikanischen Staatsanleihen geprägt. Unter besonderen Druck gerieten dabei Schwellenländeranleihen, die zusätzlich durch den steigenden US-Dollar und Sorgen um wirtschaftliche Konsequenzen aus dem sich verschärfenden Handelskrieg zwischen den USA und China belastet wurden.

Mit Blick auf 2019 sieht es den Aviva-Experten zufolge nach weiter fallenden Staatsanleihekursen aus, mit besonders viel Bewegung am langen Ende der Renditekurve durch die zurückkehrende Laufzeitprämie. Besonders gefährdet sind in dieser Hinsicht die europäischen Peripheriemärkte. Auch für die Märkte der Unternehmensanleihen steht wohl ein weiteres schwieriges Jahr an, obwohl die günstige Bewertung auch auf Unterstützung hindeuten könnte. 

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