Aviva-Schwellenländer-Experte Alistair Way Südostasien profitiert vom Handelskonflikt zwischen den USA und China

Alistair Way, Leiter des Bereichs Schwellenmarktaktien bei Aviva Investors.  | © Aviva Investors

Alistair Way, Leiter des Bereichs Schwellenmarktaktien bei Aviva Investors. Foto: Aviva Investors

Handelsspannungen zwischen den USA und China mögen für die Volkswirtschaften in Südostasien, die in den letzten Jahrzehnten von verbesserten globalen Handelsströmen profitiert haben, eine schlechte Nachricht sein. Höhere Zölle haben die Lieferketten beeinträchtigt und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit Chinas, des wichtigsten Handelspartners vieler Länder der Region, gefährdet.

Aber der Handelskonflikt hat auch einige Vorteile mit sich gebracht. Als die Zölle von Trump die chinesischen Exporte in die USA trafen, haben Unternehmen der Maschinenbau-, Textil- und Technologiebranche damit begonnen, Pläne zur Verlagerung der Produktion aus China in die Nachbarländer umzusetzen, um nicht ins Kreuzfeuer zu geraten. Der vietnamesische Premierminister Nguyen Xuan Phuc schloss sich der indonesischen Regierung an und forderte seine Nation auf, die Gelegenheit zu ergreifen, mehr auf ausländische Investitionen zu setzen.

Auswirkungen des Handelskriegs

Die Volkswirtschaften Südostasiens verzeichneten im vergangenen Jahr eine durchwachsene Wirtschaftsentwicklung, die von den Handelsstreitigkeiten und dem Zinsanhebungszyklus der US-Notenbank geprägt war. Laut der Daten der Asiatischen Entwicklungsbank betrug das gewichtete durchschnittliche BIP-Wachstum 2018 in den fünf großen Volkswirtschaften der Region – Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur und Thailand – 4,8 Prozent und lag damit unter dem Wert von 5,1 Prozent im Jahr 2017.

Höhere US-Zinsen und ein steigender US-Dollar führen tendenziell zu Investitionsabflüssen aus den Schwellenmärkten. Diese Entwicklung könnte die von ausländischen Kapitalflüssen abhängigen Volkswirtschaften in Bedrängnis bringe. Die Auswirkungen dieser Faktoren waren 2018 jedoch weniger stark ausgeprägt als während des sogenannten Taper Tantrum im Jahr 2013, da die Volkswirtschaften der Region heute insgesamt widerstandsfähiger sind als vor sechs Jahren.