AWD-Gründer im Interview

Carsten Maschmeyer sagt Fintech-Sterben voraus

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Carsten Maschmeyer ist der Finanzdienstleistungsbranche seit seinem Ausstieg aus dem 2008 an Swiss Life verkauften Finanzvertrieb AWD als Investor auch heute noch verbunden. Er ist er Gesellschafter von Barzahlen.de, einem Fintech-Start-up, das Onlineshopping mit Barzahlung verknüpft. Und sich offenbar bereits bezahlt gemacht hat: „Eingestiegen sind wir damals auf einer 3,5-Millionen-Bewertung. Inzwischen ist das Unternehmen einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag wert. Möglich wäre, dass ein großer strategischer Investor aus der Finanzwelt die Firma kauft“, sagte Maschmeyer dem Manager-Magazin. Er könne sich aber auch vorstellen, von Anfang an die Aktien zu behalten.

Über die enorm vielfältige Fintech-Szene in Deutschland hat Maschmeyer eine differenzierte Meinung. Er erwarte ähnlich wie bei den Bankfilialen auch ein Fintech-Sterben. “Ich schätze, dass von den derzeitigen insgesamt 200 Firmen leider 90 Prozent auf der Strecke bleiben und nur circa 20 dauerhaft erfolgreich sein werden, sei es eigenständig oder an eine Bank angedockt“, so Maschmeyer im Interview mit dem Manager-Magazin. Barzahlen.de werde aber nicht dazu gehören. Die Nutzerzahlen seien ansteigend, das Start-Up habe eine Lösung gefunden für das Problem, dass immer mehr Menschen gern im Internet einkaufen wollen, aber dem Online-Bezahl-Vorgang nicht trauen.

Eine mögliche Kollision mit aufsichtsrechtlichen Vorgaben sieht Maschmayer nicht. „Barzahlen.de ist gegenüber den Aufsichtsämtern völlig transparent, erfüllt die Anforderungen der Bafin und hat alle Prüfungen positiv bestanden. Wie streng die Finanzaufsicht ist, sieht man daran, dass sie dem einzigen Wettbewerber barpay die Geschäftstätigkeit untersagt hatte und dieser den Betrieb einstellen musste“, so Maschmeyer. Ein Fintech-Unternehmen, das klassische Bankdienstleistungen betreibt, müsse ansonsten genauso streng kontrolliert werden, wie die Banken selber.