Axa-Deutschlandreport 2016

Mehrheit der Berufstätigen will nicht mehr Altersvorsorge betreiben

Trotz großer Sorgen um ein auskömmliches Leben im Alter finden über die Hälfte aller Berufstätigen in Deutschland, dass sich private Altersvorsorge nicht lohnt. Zu diesem auf den ersten Blick widersprüchlichen Ergebnis kommt eine Studie des Versicherungskonzern Axa. Für den Axa-Deutschlandreport des Jahres 2016 wurden 3324 Bundesbürger aus allen Bundesländern interviewt. Sie wurden nach ihren gegenwärtigen Anstrengungen bezüglich der eigenen Altersvorsorge befragt. Der Report fragte außerdem ab, was sich Berufstätige heute vom Leben im Alter erhoffen und welche Befürchtungen sie hegen.

Thema Altersvorsorge macht den meisten Angst

Nur in fünf Bundesländern, nämlich in Berlin, Bremen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, glaubt eine Mehrheit der Berufstätigen, dass die eigene Altersvorsorge ausreichend sei. Dagegen gibt bundesweit eine Mehrheit – 57 Prozent – an, dass ihnen das Thema Altersvorsorge heute mehr Angst mache als früher. Jeder Dritte befürchtet sogar eine Verarmung im Alter.
Drei von vier Menschen glauben, dass die nächste Rentnergeneration schlechter gestellt sein wird als die heutigen Rentner.

Besonders ostdeutsche Berufstätige bezweifeln, dass ihre Vorsorgebemühungen für ein auskömmliches Leben im Alter ausreichend sind. In östlichen Bundesländern wird zudem seltener eine betriebliche Altersvorsorge in Anspruch genommen, resümiert die Studie. Spitzenreiter, wenn es um die Verweigerung gegenüber einer Aufstockung der Anlagen zur Altersvorsorge geht, ist Thüringen. Hier gaben 62 Prozent der Erwerbstätigen an, keine weiteren Bemühungen mehr tätigen zu wollen.

So viele Erwerbstätige wollen keine neuen Altersvorsorge-Anlagen mehr abschließen
Vergrößern >>

Grafiken: Axa

Zinsprodukte lohnen sich nicht – „Betongold“ gefragt

Grund für die Zurückhaltung der Bundesbürger in ihren Vorsorgebemühungen – bei gleichzeitig steigenden Sorgen um die finanzielle Situation im Alter - sind die niedrigen Zinsen, schließt der Report: Spareinlagen, private Renten- und Lebensversicherungen will gegenwärtig nur noch jeder Zehnte für die Altersvorsorge einsetzen. Dagegen haben die Studien-Initiatoren einen regelrechten Run auf Immobilien ausgemacht. Jeder fünfte Erwerbstätige in Deutschland plant den Erwerb eines Eigenheims. Und immerhin jeder sechste will eine Immobilie anschaffen, um von den Mieteinnahmen zu profitieren.

Diese Anlagenformen wollen Erwerbstätige für die eigene Altersvorsorge zukünftig noch heranziehen

Vergrößern >>


Mehr zum Thema
„Eine echte Falschberatung“BU-Profi verreisst Beitrag von ZDF-WISO 400.000 Arbeitnehmer zu wenigWirtschaftsforscher wollen Rente mit 69 Nach Weggang von Maximilian BeckBasler bündelt Vertrieb