Axa IM-Vertriebsleiter im Interview „Wir sollten aufhören, das Sparbuch zu verdammen“

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Was ist derzeit aus Ihrer Sicht der wichtigste Produkttrend in der Fondsindustrie?

Ein großer Trend ist sicher nach wie vor das Thema Smart Beta, also die Suche nach alternativen Ansätzen zwischen aktivem Management und reiner Indexabbildung. Allerdings konzentriert sich Smart Beta häufig ausschließlich auf die Assetklasse Aktien. Wir haben den Smart-Ansatz auf das Anleiheuniversum übertragen und machen dort sehr gute Erfahrungen mit einer Kombination aus gründlichem Research, niedrigem Portfolioumschlag und konstanter Überwachung des Portfolios – „Smart Beta Buy and Maintain Credit“ nennen wir diesen Ansatz.

Was ist derzeit der wichtigste Produkttrend in Ihrem Haus?

Neben unserer schon angesprochenen Fokussierung auf Small Caps im Aktienbereich sowie Buy and Maintain Credit im Anleihebereich möchte ich hier noch das Thema verantwortliches Investieren anführen. Immer mehr Investoren wollen im Einklang mit gesellschaftlichen Werten investieren. Es ist also längst mehr als eine Frage der Überzeugung, verantwortliche Investmentlösungen als vollwertige Bestandteile der eigenen Produktpalette anzubieten.

Welchen Produkttrend sehen Sie in den kommenden Jahren, über den heute noch kaum gesprochen wird?

Im Vordergrund wird die Flexibilisierung von Fixed-Income-Strategien bezüglich verschiedener zentraler Faktoren stehen. Dazu gehören vor allem die Duration, die Länder- und Sektorallokation sowie die Verteilung des Portfolios auf die unterschiedlichen Segmente des Marktes. Hinzu kommt das bereits genannte Thema Alternative Debt. Gerade in diesem Bereich werden stärker neue, bislang wenig bekannte Instrumente in den Vordergrund treten. Ich denke dabei etwa an Kommunalfinanzierungen als Alternative zu Bundesanleihen.

Auf welche Produktinnovation der vergangenen Jahre aus Ihrem Hause sind Sie besonders stolz?

Da fallen mir spontan unsere Short-Duration-Strategien im Fixed-Income-Bereich ein. Unser Fonds Axa IM FIIS US Short Duration High Yield war einer der ersten Fonds weltweit, die konsequent die Vorzüge von Hochzinsanleihen mit kurzen Laufzeiten genutzt haben, denn diese bieten im aktuellen Umfeld attraktive Renditen bei vergleichsweise geringer Volatilität und geringem Zinsrisiko. Seither haben wir unsere Produktpalette in diesem Bereich konsequent ausgeweitet – und viele andere sind auf diesen Trend aufgesprungen.

Beschreiben Sie unseren Lesern bitte ein spannendes Projekt, an dem Sie bzw. Ihr Team gerade arbeiten?

Da möchte ich ein Projekt nennen, das auf den ersten Blick wenig mit unserem Vertriebsgeschäft zu tun hat: das schon erwähnte Forschungsprojekt Polecule der Goethe-Universität, das wir unterstützen. Dabei geht es im Kern darum, wirtschaftliches Wissen in bestehende Unterrichtsfächer wie zum Beispiel Sozialkunde, Geschichte und Ethik beziehungsweise Religion zu integrieren – und dafür die globale Wirtschaftssprache Englisch zu nutzen. Mit der Unterstützung des Projekts möchten wir dazu beitragen, dass künftig mehr Wirtschaftswissen in Schulen vermittelt wird. Denn nur wer weiß, wie die Wirtschaft funktioniert, kann kompetente Anlage-Entscheidungen treffen.