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Von Coca-Cola gesponsortes Koch-Event in New York: Der Brausekonzern gehört zu den großzügigen Divivdendenzahlern  | © Getty Images

Baader-Bank-Chefanalyst Robert Halver Wie Altersvorsorge mit nie mehr steigenden Zinsen geht

Die zukünftige EZB-Präsidentin Christine Lagarde ist ohnehin so etwas wie eine Garantie für auf ewig günstige Kreditzinsen in der Eurozone. Sie steht glasklar für Staatsfinanzierung. Diesem Tun widersprechen deutsche Politiker abseits stabilitätspolitischer Sonntagsreden nicht. Denn wenn die EZB nicht den Schuldenausputzer spielt, muss Deutschland mit seiner guten Bonität für Italien & Co. bürgen. Doch wer bürgt, der wird gewürgt: Unsere Zinsen würden steigen und die schwarze Null wäre klinisch tot.

Zinsvermögen = Vermögensvernichtung = Altersarmut

Im Moment gibt es für deutsche Zinspapiere nicht nur keine Rendite mehr, sondern für alle deutschen Staatspapiere Minuszinsen. Damit hat sich der Zinseszinseffekt pervertiert. Nach Inflation reduziert sich das deutsche Zinsvermögen jährlich sogar um etwa zwei Prozent. Über diese Art des „Zinssparens“ freut sich nur Vater Staat: Die Entreicherung der Zinssparer ist seine Entschuldung.

Gegenüber Zinsen sind Dividenden keine Armenspeisung, sondern ein kalorienreiches Menü. Schon der DAX als nicht gerade ausschüttungsstärkster Aktienindex hat eine durchschnittliche Dividendenrendite von 2,7 und aktuell von deutlich über drei Prozent. Ein Euro-Dividendenindex kommt sogar auf über fünf Prozent. Bei Wiederanlage hat man einen ordentlichen, alternativen Zinseszinseffekt.

Sicher sind Dividendenhöhen nicht in Stein gemeißelt, doch wollen Unternehmen diese möglichst beibehalten. In Ermangelung von Zinsen suchen vor allem ausländische Pensionskassen einen Ausschüttungsersatz. Damit kommt Dividenden nicht zuletzt eine aktienkursstützende Wirkung zugute.

Grafik: Dividendenrenditen und Anleiherenditen

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Neben der Zins-Diaspora und den Dividendenfreuden profitieren Aktien von fundamentalen Megathemen. In der Vergangenheit haben schon Internet, Globalisierung und Schwellenländer ihre positive Wirkung nicht verfehlt. Zukünftig werden Klimaschutz und die damit verbundenen grünen Investitionsoffensiven Niederschlag finden. Daneben wird die digitale Revolution für ähnliche Quantensprünge in puncto Produktivität und Unternehmenserfolg sorgen wie früher die Dampfmaschine.

Ohne Aktien ist für zukünftige Rentner das ganze Jahr Aschermittwoch

Auch zukünftig werden Aktien schwanken wie Schiffe auf dem Meer. Doch lehrt die Finanzgeschichte, dass sich Aktien ausnahmslos selbst von den größten Einbrüchen erholt und stets zu neuen Rekorden aufwärtsbewegt haben. Trotz z.B. Dotcom-, Immobilien- oder Euro-Krise hat der Dax seit seiner Gründung eine durchschnittliche Jahresrendite von 8,2 Prozent erzielt.

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