Grundsätzlich sollte ein ordentlicher Batzen aus dem monatlichen Steuerbrutto über Sparpläne in Aktien angespart werden dürfen und das so angesparte Vermögen auch bei späterem Verzehr steuerfrei bleiben. Die Bedingungen dazu wären, über viele Jahre einzuzahlen und die Ansparleistung nur bei vorher definierten Härten des Lebens anzutasten. 

Diese (steuerliche) Großzügigkeit bei der Aktien-Förderung ist sehr gut investiertes Geld. Damit wirkt die Politik der ansonsten zunehmenden Verarmung im Alter entgegen. Bereits in diesem Jahr zahlt Deutschland das erste Mal eine Billion Euro an Sozialleistungen, Tendenz steigend. 

Außerdem wäre es sinnvoll, einen Staatsfonds nach dem Vorbild Norwegens zu gründen, der dringend benötigte Finanzmittel für Zukunftsinvestitionen in Digitalisierung und Klimaschutz sammelt. So könnten sich die Anleger an der verbesserten volkswirtschaftlichen Substanz beteiligen. 

Der politisch-ideologische Aktien-Hass ist nachweislich falsch

Mit dem Festhalten an der Zinskultur fährt die deutsche Altersvorsorge an die Wand. Wenn der Bundesfinanzminister jetzt sagt, er lege sein Geld nur auf dem Girokonto an, muss ich auf den Kalender schauen, um festzustellen, dass nicht der 1. April ist. Politiker mit ihren ordentlichen Pensionen, die ich ihnen nicht neide, müssen sich um zusätzliche Altersvorsorge sicher keine Sorgen machen.

Aktien gehören zur Altersvorsorge. Alles andere wäre unverantwortliche Ruhestandspolitik. Ein Aktiensparplan ist ein kleiner Schritt für einen bisherigen Zinssparer, aber ein großer Sprung für seine zukünftige Altersvorsorge.

Autor Robert Halver leitet die Kapitalmarktanalyse der Baader Bank in Frankfurt.