„Babyboomer“ besonders beunruhigt Angst vor Altersarmut nimmt zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit einer Rentnerin. Trotz der Erhöhung des Rentenniveaus haben weder Rentner noch Berufstätige viel Vertrauen in die Fähigkeit der Regierung, die Lage für Ruheständler zu verbessern, so die Ergebnisse des AXA Deutschland Report 2018.  | © Getty Images

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch mit einer Rentnerin. Trotz der Erhöhung des Rentenniveaus haben weder Rentner noch Berufstätige viel Vertrauen in die Fähigkeit der Regierung, die Lage für Ruheständler zu verbessern, so die Ergebnisse des AXA Deutschland Report 2018. Foto: Getty Images

Pessimismus, Unzufriedenheit, zunehmende Sorge und kein Vertrauen in die Politik – beim Thema Rente ist die Stimmung in Deutschland alles andere als heiter. Und das sowohl unter Menschen, die bereits Rentner sind, als auch bei jenen, die es noch werden. Zu diesem Ergebnis kommt der von AXA in Auftrag gegebene „AXA Deutschland-Report 2018“, für den das Meinungsforschungsinstitut YouGov über  3.000 Erwerbstätige und Ruheständler in ganz Deutschland zum Thema Ruhestand befragt hat.

Das Ergebnis der Studie ist ernüchternd und bestätigt die immer lauter werdenden Stimmen, die vor einem Zusammenbruch des Rentensystems warnen. Laut Report macht sich etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Berufstätigen beim Gedanken an den Ruhestand Sorgen; Vorfreude empfindet dagegen nur ein Drittel der Befragten (33 Prozent). Besonders düster blickt die Generation der sogenannten „Babyboomer“ dem Ruhestand entgegen. Als „Babyboomer“ werden die heute 55- bis 64-Jährigen bezeichnet. Sie stehen selbst kurz vor dem Eintritt ins Rentenalter und müssen sich mit dem baldigen Ruhestand auseinandersetzen. Mehr als die Hälfte dieser Altersgruppe (56 Prozent) erwartet, dass sich ihre Lebensqualität nach dem Austritt aus dem Erwerbsleben verschlechtert. Die Zahl jener, die sich aufs Alter freuen, ist dagegen verschwindend gering: Nur 2 Prozent der befragten Babyboomer rechnen mit einer Verbesserung ihrer Lebensqualität in der Rentenphase.

Sorgen sind gerechtfertigt

Doch ist der Pessimismus der Erwerbstätigen gerechtfertigt? Die Aussagen der Rentner stützen die negative Erwartungshaltung der Arbeitenden: Nur jeder zehnte Rentner berichtet von einer verbesserten Lebensqualität als zuvor im Berufsleben. Vor zwei Jahren waren es mehr als doppelt so viele (24 Prozent). Mehr als die Hälfte (57 Prozent) der befragten Ruheständler gaben dagegen an, dass ihre Lebensqualität sich im Vergleich zum Erwerbsleben sogar verschlechtert hat.

Gleichzeitig wächst auch die Angst, im Alter zu verarmen. Auf die Frage, was ihnen im Ruhestand die größte Sorge bereite, gaben in diesem Jahr vier von zehn der befragten Rentner (39 Prozent) Altersarmut an. Vor zwei Jahren waren es noch 8 Prozent weniger. Auch unter Erwerbstätigen wird die Haltung immer pessimistischer: Fast zwei Dritteln (64 Prozent) macht das Thema Altersvorsorge heute mehr Angst als früher.

Zwar hat der Staat die gesetzlichen Renten seit 2016 zwei Mal vergleichsweise deutlich erhöht. Andererseits gab das Bundesarbeitsministerium auf Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion an, dass im Jahr 2016 fast jeder zweite Rentner (48 Prozent) eine Rente von weniger als 800 Euro im Monat erhielt.