Mängel bei der Geschäftsorganisation – ganz konkret beim Informationsrisikomanagement, beim IT-Service-Continuity-Management und in der IT-Revision – das wirft die Bafin der FIL Fondsbank vor. Den Befund ergab eine Sonderprüfung durch die Finanzaufsicht bereits im vergangenen Jahr.

Wie eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation bei Kreditinstituten auszusehen hat, ist in Paragraf 25a Absatz 1 Kreditwesengesetz (KWG) geregelt. Dort geht es etwa um die Risikotragfähigkeit, um Stressszenarien, interne Kontrollverfahren, die personelle und technische Ausstattung und das Notfallmanagement von Kreditinstituten.

 

Die FIL Fondsbank (FFB) soll die Mängel nun beheben, fordert die Bafin. Zusätzlich brummen ihr die Finanzaufseher auf, mehr Eigenmittel bereitzustellen – in einem Umfang, der über das gesetzlich geforderte Maß hinausgeht. Um die Fortschritte zu überprüfen, entsendet die Bafin außerdem einen Sonderbeauftragten, der dem in Kronberg im Taunus ansässigen Institut bei seinen Fortschritten genau über die Schulter schauen soll. Ein Sonderbeauftragter besitzt ein weitreichendes Kontrollmandat und berichtet seine Beobachtungen direkt an die Finanzaufsichtsbehörde.

FIL Fondsbank: „Unsere IT-Systeme sind und waren immer sicher“ 

Auf Anfrage von DAS INVESTMENT verteidigt eine Sprecherin das Haus mit Blick auf die Bafin-Vorwürfe: „In den vergangenen Jahren haben wir wesentlich in die Weiterentwicklung unserer IT-Systeme investiert, einschließlich deutlicher Verbesserungen im Hinblick auf die Informationssicherheit.“ Und weiter:  „Dadurch haben wir zum einen zunehmenden Risiken wie Cyberrisiken als auch der zunehmenden Regulierung Rechnung getragen.“ Sie betont: „Unsere IT-Systeme sind und waren immer sicher.“

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Man habe mittlerweile auch „erhebliche Fortschritte bei der Überprüfung und Aktualisierung“ der hauseigenen Systeme gemacht. „Die Aufsichtsbehörden haben jedoch signalisiert, dass – wie bei vielen anderen Finanzdienstleistern auch – noch weitere Maßnahmen im Hinblick auf die IT-Sicherheit erforderlich sind“, räumt die Sprecherin ein. Die Bafin-Kritik beziehe sich „auf sehr spezifische Feststellungen beim Einsatz von Technologie und beim Rechtemanagement“.

Die FIL Fondsbank habe zur Behebung der festgestellten Mängel ein „ganzheitliches Programm“ aufgesetzt und investiere nun deutlich mehr Mittel in Infrastruktur und Personal. „In diesem Rahmen werden wir weiterhin eng mit den Regulatoren zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass unsere Systeme den Anforderungen vollumfänglich entsprechen“, so die Sprecherin.

Die FIL Fondsbank hat sich auf das Verwahren speziell von Fondsanteilen für private und institutionelle Investoren spezialisiert. Sie ist seit 2009 eine Tochter der Fondsgesellschaft Fidelity International. Nachdem die Muttergesellschaft 2023 vorübergehend erwogen hatte, die Depotbank zu verkaufen, bekannte sie sich Ende vergangenen Jahres dazu, sie doch in Eigenregie weiterbetreiben zu wollen.

Zum Jahreswechsel betreute die FFB in ihren Kundendepots rund 42 Milliarden Euro.