Bafin verhört Deutsch-Banker zum Goldpreis

Die Bankenaufsicht Bafin hat Mitarbeiter der Deutsche Bank im Zuge der Untersuchungen zu möglichen Manipulationen von Gold- und Silberpreisen befragt. Das erfuhr Bloomberg News von einer Person, die mit den Vorgängen vertraut ist. Vertreter der Bafin und des Frankfurter Finanzkonzerns wollten auf Nachfrage keinen Kommentar zu den Informationen abgeben.

Vergangenen Monat hatte Ben Fischer, Sprecher der Aufsichtsbehörde, gesagt, die Bafin nehme die Verfahrensweise einzelner Banken im Rahmen ihrer Untersuchung von Benchmarkprozessen unter die Lupe. Namen von Banken nannte er aber nicht.

Der London-Fix – ein von Goldproduzenten, Schmuckfirmen und Zentralbanken genutzter Benchmark – wird zweimal am Tag ermittelt. Voraus geht jeweils ein Rundruf, an dem Barclays, Bank of Nova Scotia, HSBC Holdings, Société Générale und die Deutsche Bank teilnehmen.

Die „Financial Times“ berichtete am Freitag, dass die Bafin von der Deutschen Bank Dokumente angefordert habe. Zudem seien Mitarbeiter in den Räumen der Bank befragt worden. Die Zeitung berief sich auf informierte Kreise.

Die britische Hauptstadt ist laut London Bullion Market Association der wichtigste Handelsplatz für Gold in der Welt. Den Angaben zufolge wechselten dort allein im Jahr 2012 jeden Tag 33 Milliarden Dollar an Gold den Besitzer.

Aufsichtsbehörden in aller Welt haben ihre Untersuchungen zu Markt-Manipulationen zuletzt ausgeweitet – eingeschlossen sind Interbanken-Zinssätze, Edelmetalle und Devisen.

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