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Alibaba-Chef Jack Ma bei einem Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum. Plattformen wie Alibaba wälzen derzeit auch den Finanzdienstleistungsmarkt um. | © Getty Images

Bank für Internationalen Zahlungsausgleich Für Facebook & Co. muss eine neue Finanzmarktregulierung her

Große Tech-Firmen wie Amazon und Facebook oder die chinesischen Firmen Alibaba und Tencent dringen zunehmend auf den Markt für Finanzdienstleistungen vor. Sie bieten alternative Bezahlformen und Versicherungsleistungen an oder machen neue Formen der Kreditvergabe urbar.

Die großen Plattformen sind dabei, den traditionellen Markt von Grund auf umzuwälzen. Denn sie sorgen einerseits für effiziente Prozesse. Andererseits machen sie Finanzdienstleistungen auch einem sehr viel breiteren Publikum zugänglich – zum Beispiel erhalten durch sie auch Menschen einen Zugang, die gar kein Bankkonto besitzen.

Mit dem Vorstoß der Tech-Konzerne ergeben sich an den Finanzmärkten aber auch neue Bedingungen: Plattformen wie Facebook könnten Risiken schaffen und Kosten verursachen, die bislang so nicht aufgetreten sind, warnen die Autoren einer Studie der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ).

Regulierung tue also Not, und das in einem weiteren Sinne als Gesetzgeber und Behörden sie derzeit ausübten. Immerhin bringen die Tech-Plattformen ganz andere Voraussetzungen mit als traditionelle Finanzfirmen: Sie gründeten ihr Geschäft auf Daten und hätten daher einen anderen Zugang zu Informationen. Entsprechend müssten auch Regulierungsbehörden die frisch gebackenen Finanzdienstleister aus einem neuen Blickwinkel betrachten, folgern die Autoren. Immerhin könnten die Tech-Riesen ihre Marktmacht dazu nutzen, hohe Markteintrittsbarrieren für Wettbewerber zu errichten oder diese gleich ganz vom Markt fernzuhalten - was glücklicherweise bislang nicht zu beobachten sei.

Um die Plattformen wirksam zu beaufsichtigen, müsste traditionelle Finanzmarktregulierung mit anderen Disziplinen kombiniert werden – vor allem mit den Regeln für einen fairen Wettbewerb und mit dem Datenschutz.

Das Fazit der BIZ-Studienautoren: Für die Finanzregulierung der Zukunft sollten unterschiedliche Behörden an einem Strang ziehen, und zwar auf nationaler sowie internationaler Ebene. Die Aufträge und Praktiken nationaler Finanzaufsichten sollten mit den Wettbewerbsbehörden und den Datenschutzbeauftragten abgestimmt werden. Und das auch über Ländergrenzen hinweg: Auch auf internationaler Ebene müssten verbindliche Regeln und Standards her, um die Finanzmarktregulierung zu koordinieren und sie an die neuen Erfordernisse anzupassen.

In diesem Video (in englischer Sprache) erläutert BIZ-Analyst Hyun Song Shin die wichtigsten Erkenntnisse aus der Studie:

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