Bank Sarasin: Luxusgüterindustrie muss nachhaltiger werden

Makiko Ashida

Makiko Ashida

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Luxusgüter leben von der Reputation ihrer Marke: Diese stehen für Exklusivität und höchste Qualitätsansprüche. Die zunehmende Nachfrage und die damit einhergehende Erhöhung des Produktionsvolumens bilden jedoch einen zunehmenden Widerspruch zu diesem Anspruch. Noch zu wenig sensibilisiert für nachhaltige Fragestellungen, bergen Mängel in der Produktqualität, fragwürdige Rohstoffquellen und wenig transparente Lieferketten große Reputationsrisiken.

Der aktuelle Nachhaltigkeits-Branchenreport der Bank Sarasin hat 15 führende Luxusgüterunternehmen aus den Bereichen Mode, Uhren, Schmuck und Accessoires sowie Kosmetik und Parfümerie unter die Lupe genommen und ortet für die Branche dann im Bereich der Nachhaltigkeit auch entsprechenden Aufholbedarf.

Das Markenimage bildet die elementare Geschäftsgrundlage von Luxusgütern. Die Anforderungen, denen sich die Branche stellen muss, um dieses Image zu schützen, sind heute so hoch wie nie zuvor. Denn das Internet, die sozialen Medien und Verbraucherschutzorganisationen haben den Markt verändert: Im Vergleich zu früher verfügen Konsumenten über mehr Hintergrundwissen zu den Produkten, die sie kaufen. Dies führt dazu, dass Qualitätsprobleme oder Missstände in der Fertigung schnell bekannt werden.

Neben den herkömmlichen Qualitätstests sind es vor allem ökologische und soziale Aspekte entlang der Wertschöpfungskette, die in der Luxusgüterindustrie eine zunehmend wichtige Rolle spielen. So achten Käufer von Premium-Produkten zunehmend auf die Einhaltung ökologischer und sozialer Mindeststandards. Negative Schlagzeilen, beispielsweise im Zusammenhang mit der Verwendung so genannter «Blutdiamanten» oder mit Berichten über durch Textil- oder Lederfabriken verseuchte Flüsse, schaden dem Ruf einer Marke.

Im Gegenzug ermöglicht nachhaltiges Handeln den Unternehmen nicht nur Reputationsrisiken zu vermeiden, sondern bietet auch die Möglichkeit, ein glaubwürdiges verantwortungsbewusstes Image aufzubauen. Der Integration von Nachhaltigkeit in das Qualitätsmanagementsystem der Lieferkette von Luxusgütern kommt daher eine entscheidende Bedeutung zu.