Quelle: Deutsche Bank

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Banken und Vermögensverwalter ignorieren Social Media

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Die Schweizer Beratungsfirma My Private Banking Research hat die Social-Media-Angebote der weltweit 30 größten Banken und Vermögensverwalter in der Studie „Wealth Management and Social Media“ unter die Lupe genommen. Die besten Angebote haben demnach die Deutsche Bank, Crédit Agricole und BNP Paribas.

Die Deutsche Bank führt das Ranking an. Insbesondere für ihre Angebote in Facebook, LinkedIn und Twitter erzielte das Kreditinstitut eine hohe Punktzahl. Die nächstplatzierten Crédit Agricole und BNP Paribas waren in diesen Netzwerken vergleichsweise schwächer, aber weisen Stärken in ihren Angeboten für YouTube und mobile Applikationen auf.

Große Mankos

Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass die Auftritte der 30 größten Banken in den sozialen Medien viele Wünsche offen lassen: Nur eine kleine Gruppe von vier Banken – neben der Deutsche Bank, Crédit Agricole und BNP Paribas auch die Credit Suisse – zeige eine einheitliche und umfassende Strategie in den sozialen Medien.

Weitere sechs Banken nutzen immerhin teilweise soziale Netzwerke, um mit Kunden und Nutzern zu interagieren. Aber ein hoher Anteil von zwei Dritteln der führenden Banken hat entweder keine Präsenz in den sozialen Medien oder ist dort nur sporadisch aktiv. 20 der 30 Banken haben keinen offiziellen Facebook-Auftritt für ihre Kunden.
Auch die Angebote von sozialen Medien auf der eigenen Website sowie von Applikationen für Mobilgeräte sind verbesserungswürdig. Nur 40 Prozent der Banken bieten eine Form von sozialen Medien wie Blogs, Social Bookmarks, Podcasts oder Videocasts auf ihrer Website an.

Keine Apps für vermögende Kunden

Zwar haben 50 Prozent der Banken eine oder mehrere Mobilapplikationen für ihre Kunden – keine bietet jedoch spezielle mobile Applikationen für vermögende Kunden an. „Wir empfehlen Banken schnell den Fokus auf soziale Medien zu richten und sie nicht als Spielwiese für Jugendliche abzutun”, betont Christian Nolterieke, Geschäftsführer von My Private Banking Research.

Das Schweizer Beratungsinstitut empfiehlt dem Management der Banken, sich für den Einsatz sozialer Medien zu öffnen und eine Strategie zu entwickeln, wie sich das Unternehmen in den verschiedenen Netzwerken positionieren will. Jede Bank sollte in Facebook, LinkedIn, Twitter, Youtube und Flickr präsent und aktiv sein, so die Beratungsfirma.

Allein dieser Schritt erlaube mit geringen Kosten den Zugang zu fast einer Milliarde Menschen. In einem weiteren Schritt sollte jeder Auftritt in den sozialen Medien durch das stetige Hinzufügen relevanter Inhalte sowie die schnelle Reaktion auf Anfragen lebendig gehalten werden.

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