Fantasie-Gehälter an der Wall Street sind ein relativ <br> junges Phänomen: 1985 betrugen Wall Street Boni im <br> Schnitt nur 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens. <br> Quelle: Istock

Fantasie-Gehälter an der Wall Street sind ein relativ
junges Phänomen: 1985 betrugen Wall Street Boni im
Schnitt nur 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens.
Quelle: Istock

Banker-Boni: Die fetten Jahre sind vorbei

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Angesichts schrumpfender Gewinne und einer schärferen Regulierung haben europäische Finanzinstitute im vergangenen Jahr die Boni ihrer Beschäftigten um 40 bis 50 Prozent gekürzt. Das ergab eine Analyse der Fondsgesellschaft für nachhaltige Geldanlagen Sam.

Während sich die Finanzmarkt-Kritiker in der Öffentlichkeit immer wieder über stetig steigende Banker-Boni aufregen, sind die variablen Gehälter der Bankangestellten in den vergangenen Jahren laut Sam stark gesunken. So entsprach im Jahr 2006 der durchschnittliche Wall Street Bonus fast 400 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens in New York. 2010 sank er auf „nur“ 260 Prozent ab – Tendenz fallend. Von Zuständen wie im Jahr 1985 sind die heutigen Banker aber trotzdem noch weit entfernt: Damals entsprachen die leistungsabhängigen Bezüge der Bankangestellten lediglich 60 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens.

Die Boni werden in Zukunft nicht nur sinken, sondern auch stärker an den langfristigen Erfolg des Finanzinstituts geknüpft sein, ist Sam-Analyst Mathias Büeler überzeugt. Er rechnet mit Vergütungsmodellen, die durch längere Sperrfristen beziehungsweise durch Aufschub- und Rückgriffklauseln ein vorsichtigeres Verhalten belohnen. Darüber hinaus geht Büeler von einer steigenden Transparenz der Vergütungsmodelle aus.

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