Bankkunden-Studie

Deutsche sind Beratungsmuffel

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In deutschen Bankkunden schlummert noch viel Potenzial, das hiesige Institute bislang nicht recht zu nutzen wissen. Der US-Banken- und Technologiedienstleister FIS hat weltweit rund 10.000 Bankkunden aus zehn Ländern befragt, darunter rund 1.000 Kunden aus Deutschland.

Dabei stellen die Studienautoren zwar fest, dass immerhin etwa zwei von drei deutschen Bankkunden sich immer zuerst an ihre Hausbank wenden würden, um Finanzberatung oder einen Kredit zu erhalten. Neun von zehn Bankkunden gaben allerdings an, gar keine Finanzberatung in Anspruch zu nehmen. Auch Bankenapps bleiben häufig ungenutzt: 86 Prozent und damit die überwiegende Mehrheit der Befragten verschmäht entsprechende Angebote.

Hier liegt großes Potenzial

Nahezu die Hälfte der Befragten erwarten innerhalb der kommenden drei Jahre allerdings eine höhere Finanzausgabe wie Haus- beziehungsweise Autokauf oder Studiengebühren. Unter den sogenannten Millennials, also der Generation der zwischen 1980 und 2000 Geborenen, sehen sogar zwei Drittel eine solche größere finanzielle Ausgabe voraus. Dieses Potenzial für Beratung sollten Banken sich nicht entgehen lassen, raten die Studienautoren.

Insgesamt stellt die FIS-Studie den deutschen Banken jedoch auch ein positives Zeugnis aus: In puncto finanzieller Sicherheit und Datenschutz, die zu den wichtigsten Basisforderungen von Bankkunden an ihre Institute gehören, treffen deutsche Banken durchaus die Erwartungen ihrer Kunden. Zudem liegen sie in der Gesamtbewertung nach insgesamt 18 Kriterien, die neben Sicherheit auch Fairness, Transparenz und Benutzerfreundlichkeit abfragen, im internationalen Vergleich an erster Stelle.

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