Entferntes Sparkassen-Logo an einer ehemaligen Filiale in Berlin. Nach umfangreichen Filialschließungen könnte in Bayern Bargeld demnächst zu Kunden geliefert werden, die zu weit entfernt von einem Geldautomaten wohnen. Foto: Getty Images

Entferntes Sparkassen-Logo an einer ehemaligen Filiale in Berlin. Nach umfangreichen Filialschließungen könnte in Bayern Bargeld demnächst zu Kunden geliefert werden, die zu weit entfernt von einem Geldautomaten wohnen. Foto: Getty Images

Bargeld nach Hause

Wie Sparkassen auf sinkende Zinsen reagieren

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Einige Sparkassen reagieren auf die Niedrig- bis Negativzinsbedingungen bereits mit Gebühren für hohe Geldanlagesummen. "Verwahrentgelt" werden die Kosten für die Verwaltung von Millionenbeträgen genannt, die einige Institute vermögenden Großkunden mittlerweile in Rechnung stellen. Privatkunden sollen hingegen nach Auskunft des bayerischen Sparkassenpräsident Ulrich Netzer von Gebühren zunächst verschont bleiben. Ausgeschlossen seien solche Gebühren in Zukunft jedoch nicht.

Mehrere Sparkassen hätten außerdem darüber nachgedacht, angesichts der Strafzinsen, die auf Einlagen bei der Europäischen Zentralbank anfielen, Bargeld in institutseigenen Tresoren zu lagern, so Netzer. Allerdings habe bislang kein Institut diese Idee umgesetzt.
 
Die Institute des südlichsten Bundeslandes stellen sich nach Ausunft des Landes-Sparkasenpräsidenten zudem auf ihr zukünftig ausgedünntes Filialnetz ein: Wo kein Geldautomat erreichbar sei, könne Bargeld auch zu den Kunden gebracht werden. Einige Sparkassen hielten mittlerweile Bus-Tickets für die Fahrt zur nächsten Filiale oder mobilen Geschäftsstellen im Angebot, sagte Netzer gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

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