Basel III macht Banken zu schaffen

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Schlechte Stimmung bei deutschen und österreichischen Finanzinstituten: 36 Prozent der Bankmanager schätzen die Entwicklung der Bankbranche als schlechter ein als die der Gesamtwirtschaft. Weitere 27 Prozent halten die Zukunft für völlig ungewiss.

Das ergab die jährliche Studie „Branchenkompass 2012 Kreditinstitute“, die Steria Mummert Consulting in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut durchgeführt hat. Dabei wurden Entscheider aus 120 größten Kreditinstituten in Deutschland und Österreich befragt.

Vor allem schärfere Regulierungen und Bankenaufsicht machen den befragten Bankmanagern Sorgen: 94 Prozent von ihnen sehen in diesen Themen das größte Problem für das eigene Haus. Dies ist der höchste Wert in der zehnjährigen Geschichte des Branchenkompasses.

Auf den zweiten Platz der bedeutendsten Schwierigkeiten wählen die Banker Kostenbelastungen. Drei Viertel der Befragten stehen vor der Aufgabe, Kosten senken zu müssen. Anschließend folgen erneut gesetzliche Auflagen: 74 Prozent sehen das unter anderem in MaRisk regulierte Risikomanagement als Problem der Zukunft vor Vertriebs- und Kundenmanagement. Der Wettbewerbsdruck belegt den fünften Rang.

Auf die Frage nach konkreten Regulierungsvorhaben, die umfangreiche Investitionen im eigenen Institut erfordern, nannten 88 Prozent der Banker Basel III. Das sind 22 Prozentpunkte mehr als im vergangenen Jahr. Auf Platz zwei folgen die neuen Liquiditätskennzahlen (LCR und NSFR) nach Basel III. Die Überarbeitung von MaRisk (BA) landet auf Platz drei, gefolgt von SEPA und Mifid II.

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