Bauch schlägt Kopf Ex-Broker und Neurowissenschaftler: Darum sollten Börsen-Händler auf ihre Emotionen vertrauen

Seite 2 / 2

Wie sich herausstellte, sind Händler bei diesem Test besser als die allgemeine Bevölkerung, mit einer durchschnittlichen Genauigkeitsquote von 78,2 Prozent - verglichen mit 66,9 Prozent bei einer Kontrollgruppe, bestehend aus Cambridge-Studenten.

Mittels Auswertung der Gewinn- und Verlustaufstellungen der Händler kamen Coates und seine Kollegen zu dem Schluss, dass diejenigen mit höherer Sensibilität im vergangenen Jahr mehr Geld verdient hatten.

Am meisten überraschte Coates, der zwölf Jahre für Goldman Sachs, Merrill Lynch und Deutsche Bank im Derivatehandel tätig war, dass die Personen mit der längsten Berufserfahrung genauere Schätzungen abgaben. Händler mit weniger als vier Jahren in der Branche kamen auf eine Quote von 68,7 Prozent, während jene mit mindestens acht Jahren bei 85,3 Prozent lagen.

„Es gibt diesen wirklich mächtigen Vorteil auf dem Markt, und keiner weiß davon“, sagt Coates.

Die Studienergebnisse waren für Coates so überzeugend, dass er Cambridge verlassen hat, um mit einem Technologie-Startup an einem Produkt zu arbeiten, das mit seiner Studie in Verbindung steht. Um welche Firma es sich handelt, wollte er nicht sagen.

„Das ist kein mystisches Ding. Man muss richtig trainiert werden, man muss das üben. Und dann kann man sich selbst so anpassen, dass die Bauchgefühle besser werden“, sagt er. „Dann befindet man sich in einer Welt des Handels, die einfach komplett neu ist.“

Mehr zum Thema
Wachtendorf-KolumneMüller, Otte, Zulauf & Konsorten: Messlatte des Misserfolgs Große AnalyseSo kamen die Fonds-Lieblinge der deutschen Makler durchs Chaos-Halbjahr 2016 Blackrock-Vertriebsleiter im Interview„Robo-Advice wird zuerst im Beratungsgeschäft wachsen“