baV: "Die traditionelle Produktwelt ist auf dem Rückzug"

Stefan Giesecke, Vorstand der fpb AG

Stefan Giesecke, Vorstand der fpb AG

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"Die traditionelle Produktwelt ist auf dem Rückzug", meint Stefan Giesecke, Vorstand der fpb AG, der Vertriebsmanagementgesellschaft von Friends Provident International (FPI). Das gelte nicht nur in der traditionellen Lebensversicherung, sondern auch in der betrieblichen Altersversorgung (bAV). Die Absenkung des Garantiezinses zum Jahresanfang auf 1,75 Prozent habe die konventionelle Police weiter ins Abseits gerückt.

"Der Deckungsstock als Kapitalanlage bietet nur sehr eingeschränkte Renditechancen“, sagt Giesecke. Laut Assekurata- Studie lag die durchschnittliche tatsächliche Verzinsung einer zwölfjährigen Police, die im Oktober 2011 auslief, gerade noch bei 3,48 Prozent. Und im anhaltenden Niedrigzinsumfeld ist eher mit weiter sinkenden als steigenden Renditen zurechnen.

Die Überschussbeteiligungen tauchen ab. 2012 lag die laufende Verzinsung laut Assekurata-Studie zum ersten Mal im Durchschnitt unter 4 Prozent. Allerdings unterliegt rund ein Viertel der Verpflichtungen der Lebensversicherungsgesellschaften einem Garantiezins von 4 Prozent. Damit können neue Verträge auch unter den Garantieversprechen der Vergangenheit leiden.

Klassiker haben zu kämpfen

Die eingeschränkten Renditechancen sind für Giesecke jedoch nicht das einzige Manko der klassischen Produkte. Hinzu kommen Intransparenz bei Überschussbeteiligungen und Garantielösungen sowie eine zunehmende Verlagerung der laufenden Überschüsse auf die Schlussüberschüsse. Zudem könne derKunde nicht frei über seine Anlage entscheiden. Einen Systemwechsel in der Produktwelt der Betriebsrenten hält Giesecke daher für dringend erforderlich. Viele Versicherer haben allerdings bereits reagiert und Produkte entwickelt, bei denen nicht der gesamte Sparbeitrag in einen renditearmen Deckungsstock fließt.