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BAV: Verbraucherschützer zeigen Ergo an

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Am Donnerstag habe der VZBV die Staatsanwaltschaft Düsseldorf eingeschaltet, berichtet das „Handelsblatt“. Die Anzeige laute auf Verdacht des Betrugs durch Ergo-Versicherungsvermittler sowie des Betrugs durch die Mitarbeiter des Ergo-Konzerns.

Was war passiert? Die Ergo-Versicherung bot Unternehmen Rahmenverträge für die betriebliche Altersvorsorge (bAV) mit günstigen Konditionen für die Mitarbeiter an. In Einzelgesprächen mit den Mitarbeitern sollen die Ergo-Vertreter jedoch häufig statt der versprochenen Sondertarife die üblichen Versicherungspolicen mit den ungünstigeren Konditionen verkauft haben (DAS INVESTMENT.com berichtete).

VZBV-Chef Gerd Billen sieht das Vertrauen in die private Altersvorsorge gefährdet. „Die Versicherten, aber auch die Unternehmen, wurden hier klar getäuscht und geschädigt“, so Billen gegenüber dem „Handelsblatt“. „Dafür müssen die handelnden Vermittler und die Verantwortlichen bei Ergo geradestehen.“

Um den Vorgang der Aufklärung zu beschleunigen, hat sich der VZBV mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund zusammengeschlossen, der alle infrage kommenden Betriebsräte anschreiben möchte.

Der Vorstand der Ergo Versicherungsgruppe habe unterdessen eine umfassende und unabhängige Untersuchung der Aktivitäten und vertrieblichen Maßnahmen im Bereich der bAV beschlossen, teilte das Unternehmen heute mit. Zur Untersuchung gehörten die Themenfelder:

- Wahl falscher Kollektivgrößen,
- Verkauf von Einzelverträgen der bAV bei ebenfalls bestehenden  Kollektivverträgen,
- Verkauf von Einzelversicherungen der privaten Altersvorsorge, bei mit den Arbeitgebern vereinbarten Rahmenvereinbarungen,
- Einflussnahme auf Entscheidungsträger.

Der Vorstand wolle mit diesem Untersuchungsauftrag seine Entschiedenheit unterstreichen, gegen das Unternehmen erhobene Vorwürfe schnell und umfassend aufzuklären, heißt es in der Stellungnahme. Die Konzernrevision sei bereits seit einiger Zeit mit den Untersuchungen befasst.

Frank Neuroth, im Vorstand der ERGO Lebensversicherung zuständig für die betriebliche Altersversorgung: „Ich bin mir sicher: Behauptungen, dass  zehntausende oder gar hunderttausende von Betriebsrenten nicht korrekt seien, sind haltlos. Wir hatten aus den Gruppenverträgen der Hamburg-Mannheimer Pensionskasse von über 20.000 Unternehmen etwa 160 zur weiteren  Untersuchung herausgefiltert. Nach unserem derzeitigen Erkenntnisstand ist für weniger als zehn dieser Gruppenverträge eine weitere Untersuchung nötig. Dabei handelt es sich um rund 600 Versicherte. Falls sich herausstellen sollte, dass Kunden Nachteile erlitten haben, wird die Ergo die Verträge nachträglich umstellen.“

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