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in Private HaftpflichtversicherungLesedauer: 4 Minuten

Experten-Produktcheck Bayerische punktet in der Privathaftpflicht mit Nachhaltigkeitsbaustein

Versicherungsmaklerin Kim Hahn
Versicherungsmaklerin Kim Hahn ist die neue Expertin für die Kfz-Versicherung und Privathaftpflicht bei DAS INVESTMENT. | Foto: Kim Hahn / Josephina Rollinger mit Canva

Die Versicherungsgruppe die Bayerische hat ihr Tarifangebot im Bereich der Haftpflichtversicherungen für Privatkunden überarbeitet. Betroffen sind die private Haftpflichtversicherung inklusive Diensthaftpflicht, die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht- sowie die Tierhalterhaftpflichtversicherung.

Meiner Auffassung nach hinkte die Bayerische bisher mit ihren Haftpflichtprodukten dem Markt hinterher. Die alten Policen boten wenige ausgezeichnete Leistungsbausteine in einem recht hohen Beitragsniveau. Die gesamte Produktreihe war wenig flexibel und eher starr aufgestellt. Das soll sich nun mit der neuen Produktoffensive ändern.

Nachhaltigkeitsbaustein ein guter Schritt

Das Erste, was ins Auge springt, ist der neue Nachhaltigkeitsbaustein. Dieser ist für alle Tarifvarianten („Smart“, „Komfort“ und „Prestige“) optional wählbar und versichert Tätigkeiten, die auf ökologischem und sozialem Engagement beruhen. Darüber hinaus übernimmt die Bayerische die Mehrkosten bei einer Reparatur durch Betriebe, die nachhaltige Verfahren und Produkte einsetzen. Außerdem wird beim Car-Sharing im Schadensfall die Kfz-Vollkasko-Selbstbeteiligung übernommen.

Eine gute Idee und vielleicht ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Viele Versicherer auf dem Markt tun sich in dieser Sparte beim Thema Nachhaltigkeit noch schwer. Daher kann man hier von einem beispielhaften Vorbild sprechen.

Verbesserte Leistungen in der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

Die Verbesserungen in der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung bewegen sich in einem marktüblichen Rahmen. Hier wurde die Versicherungssumme auf 25 Millionen Euro erhöht. Zu den erweiterten Leistungen zählen eine Best-Bedingungs-Garantie, die Absicherung des Bauherrenrisikos bis 200.000 Euro inklusive Eigenleistung bis 100.000 Euro sowie Planung und Bauleitung bis 50.000 Euro oder der Schutz von Photovoltaik- und Solaranlagen.  

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Anpassungen, aber keine Innovationen im Bedingungswerk

Die neue Produktlinie erhält von Beginn an einige Auszeichnungen mit der Höchstnote „sehr gut“. Hier wird auch mit der Stiftung-Warentest-Garantie geworben. Beim genaueren Hingucken stellt man allerdings fest, dass Leistungsbausteine wie zum Beispiel die Opferhilfe bis 50.000 Euro, die Absicherung von Haftpflichtansprüchen untereinander oder auch die Fohlen- und Welpen-Nachversicherungsgarantie von bis zu 18 Monaten in der Tierhalterhaftpflichtversicherung auf dem Markt nichts Neues sind. Auch die Mitversicherung einer Reitbeteiligung ist in den Top-Produktlinien der Versicherer fester Bestandteil und heute auf dem Markt gar nicht mehr wegzudenken. Besondere Weiterentwicklungen im Bedingungswerk sind dies also nicht. 

Die Bayerische wirbt damit, dass die neuen Privathafttarife nun auch individueller eingesetzt werden können. So kann zum Beispiel ein Single mit Kind in einen anderen günstigeren Tarif als den bestehenden Familientarif eingedeckt werden. Das ist aber nicht wirklich neu, denn der Markt bietet diese Optionen schon sehr lange an und die Bayerische rückt hier nach. Ein Schritt, der dringend erforderlich war.

Mein Fazit

Die neue einfache Produktreihe „Komfort“ ist für den kleinen Geldbeutel in Ordnung. Es gibt jedoch einige Leistungseinschränkungen, über die man sich bewusst sein sollte. Für eine Makler-Empfehlung reicht es nicht aus. Das neue Produkt „Prestige“ bietet ausgezeichneten Versicherungsschutz und zieht nun mit den Top-Versicherern auf dem Markt gleich. Diese Variante ist uneingeschränkt zu empfehlen, liegt aber gegenüber den großen Mitbewerbern preislich circa 10 bis 15 Prozent über dem Durchschnitt. Dennoch überzeugt mich besonders der neue Nachhaltigkeitsbaustein.

Über die Autorin:

Kim Hahn wurde 1986 in Duisburg geboren. Nach Ihrer Ausbildung zur Versicherungskauffrau bei der Provinzial Versicherung stellte sie sich 2007 als angestellte Versicherungsmaklerin den Herausforderungen des Marktes bei der Firma Leo Forsbeck im Bad Münstereifel. Anfang 2015 kaufte sie diese Firma und führt seitdem den Betrieb unter „Leo Forsbeck Versicherungsmaklerin Kim Hahn“ weiter. Sie hat vier Angestellte und spezialisiert sich auf das private Sachversicherungsgeschäft.

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