BB African Opportunities Marokkos Wirtschaft erwacht zu neuem Leben

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Anlagegelegenheiten in Marokko Der Bankensektor in Marokko ist sehr effizient und profitiert von den vor zehn Jahren eingeführten Reformen. Daran möchten die marokkanischen Banken nun anknüpfen und übertragen ihre Geschäftsmodelle auf andere französischsprachige Länder wie Senegal und die Elfenbeinküste. So vermochte etwa die Attijariwafa Bank (2,7 Prozent Gewichtung im Fonds) bis heute ihren Westafrika-Anteil am Gesamtertrag auf über 20 Prozent zu steigern und profitiert damit von den höheren Wachstumsraten in den mit Bankdienstleistungen stark unterpenetrierten Ländern. Einen anderen attraktiven Anlagebereich stellt der Immobiliensektor dar. Wie oben erwähnt, vermochte Marokko sein nationales Sozialwohnungsprogramm erfolgreich im eigenen Land umzusetzen. An diesem Programm sind ebenso andere Staaten südlich der Sahara interessiert. Mit der Unterstützung der marokkanischen Regierung, welche ihren Regierungskollegen beratend zur Seite steht, und unter Anpassung der Modelle auf die jeweiligen lokalen Besonderheiten gelingt es marokkanischen Immobilienentwicklern ihre Angebote verstärkt nach Subsahara-Afrika zu exportieren. Schließlich ergeben sich interessante Anlagechancen aus Privatisierungen von Staatsunternehmen, so etwa im Konsumgütersektor. Die Firma Lesieur Cristal fertigte als ehemaliges Staatsunternehmen lediglich ein einziges Speiseöl sowie eine Seife. Vor zwei Jahren führte die Regierung einen strategischen französischen Investor ein, der die Firma stark dynamisierte und auf die effektiven Marktbedürfnisse ausrichtete. Heute werden verschiedene Ölsorten und -qualitäten produziert, die unterschiedliche Marktsegmente bedienen. Die Firma verbreiterte zudem ihr Angebot an Haushalts- und Industrieseifen. Darunter entwickelte sie eine neue Seife, die von Kleidung über Wohnung bis zum eigenen Körper fast alles reinigt – ein in den ärmeren Bevölkerungsschichten begehrtes „Wunderprodukt“, welches sich auch in den südlichen Nachbarländern hervorragend absetzen lässt. Nach erfolgreicher Neuausrichtung und Restrukturierung des Unternehmens brachte der Staat die Aktien letztlich an die Börse (1,1 Prozent Gewichtung im Fonds). Tunesien – Chancen im Industriesektor Anfang 2014 hat das tunesische Übergangsparlament eine neue Verfassung angenommen, die heute mit zu den modernsten und liberalsten der arabischen Welt gehört. Neben Glaubensfreiheit und Gleichberechtigung der Geschlechter werden darin auch erstmals marktwirtschaftliche Grundrechte und Prinzipien garantiert. Die Mentalität der Behördenvertreter als auch der Regulatoren hat sich im Vergleich zu den Zeiten vor der Revolution massiv gewandelt. Es ist nunmehr eine deutliche Öffnung der Wirtschaft spürbar. Gesetze in Richtung einer verstärkten Marktöffnung wurden vorbereitet, diese müssen indes noch von einem demokratisch legitimierten Parlament abgesegnet werden. Zur Erinnerung: Die Geschäfte des Landes werden derzeit noch von einer Übergangsregierung geführt. Somit dürften die für die Monate September/Oktober angesetzten Parlamentswahlen, die erstmals nach demokratischem Vorbild abgehalten werden, einen weiteren Meilenstein für Tunesien darstellen. Vorausgesetzt, dass die Reformversprechen dann auch tatsächlich umgesetzt werden, dürfte auch Tunesien künftig mit vielversprechenden Anlagemöglichkeiten aufwarten.

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