Malek Bou-Diab, Portfolio Manager des BB African Opportunities

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BB African Opportunities

Nigeria: Niedrigere Marktliquidität als üblich

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Die Ölpreise sanken im Dezember auf ein erschreckend niedriges Niveau. Damit einher gingen Anzeichen von Stress für die Aktienmärkte. Der Dezember wurde wie gewöhnlich durch unstete Handelsmuster in einem durch geringe Liquidität geprägten Markt bestimmt. Marktsignale spiegelten dabei stärker die Ängste der Anleger als die Fundamentaldaten wider.

Die Entwicklung des ägyptischen Aktienmarktes EGX30 folgte den Handelsmustern in den Staaten des Golfkooperationsrates (GCC-Märkten), obwohl Ägypten keineswegs mit einem führenden Erdölexporteur zu verwechseln wäre. Beeinträchtigt wurde der Markt durch panische GCC-Investoren und MENA-Fonds, die mit Rücknahmen zu kämpfen hatten. Lokale institutionelle Anleger, die um ihre Jahresperformance bangten, beschleunigten die Korrektur. Nach einer Korrektur von 15 Prozent erholte sich der EGX30 und beendete den Monat mit einem Verlust von -4,1 Prozent.

Nigerias Marktliquidität geringer als üblich

Nigerias Aktienmarkt büßte zunächst mehr als 15 Prozent ein. Scheinbar spielte die Ölabhängigkeit plötzlich aber keine Rolle mehr, sodass der Markt den Dezember dank einer deutlichen Erholung in einem durch niedrige Liquidität geprägten Umfeld unverändert zum Vormonat beendete. Die Marktliquidität war geringer als üblich. Denn ausländische Anleger zogen sich zurück, nachdem die Notenbank zahlreiche neue Maßnahmen implementiert hatte, die fast zum Einfrieren des Devisenmarktes mit unüberschaubaren Folgen für die Rückführung von Verkaufserlösen geführt hätten. Der Wechselkurs des US-Dollars zum Naira (NGN) bewegte sich zwischen 180 und 185, während der Markt für nicht lieferbare Devisentermingeschäfte nach wie vor eine starke Abwertung einpreist.

Südafrikanischer Rand bleibt Schwachpunkt des Landes

Auch Südafrikas Aktienmarkt schloss den Monat nach einer zunächst negativen Entwicklung unverändert dank eines Tagesgewinns von 4,3 Prozent am 18. Dezember, als die Federal Reserve (Fed) bekannt gab, sie werde die Zinswende "geduldig" angehen. Der Südafrikanische Rand bleibt der Schwachpunkt des Landes. Sein Wechselkurs zum US-Dollar erreichte ein Fünfjahreshoch, nachdem die Regierung für das dritte Quartal 2014 ein höheres Leistungsbilanzdefizit als erwartet gemeldet hatte. Der Rückgang des Ölpreises kommt zu einem günstigen Zeitpunkt, da er die inflationären Auswirkungen einer schwächeren Währung kompensiert und eine längere Phase billigen Geldes ermöglicht.

Marokkos Börse büßte 3,9 Prozent ein, nachdem Immobilien- und Zementwerte deutlich nachgaben aufgrund von Gerüchten, die Bausparte von Alliance Development sei in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

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