Elene Ogram, Portfolio Managerin BB Entrepreneur Asia

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Emerging Markets: Wirtschaftspolitischer Anpassungsprozess hat begonnen

Während der Billig-Geld-Politik im Westen sind in einigen aufstrebenden Märkten wirtschaftliche Ungleichgewichte entstanden, die beobachtet und analysiert werden müssen. Wir sehen die kleinen Turbulenzen im Januar und Februar 2014 aber als Anfang eines notwendigen Anpassungsprozesses, der eher eine gute Gelegenheit zum Einstieg als ein größeres finanzielles Unheil bedeutet. Die Tendenz mancher aufstrebender Märkte, „über ihre Verhältnisse zu wachsen“, mündet oft in einem Leistungsbilanzdefizit, das durch hohe Auslandschulden finanziert und häufig von einer lockeren Geldpolitik und einer hohen Inflation begleitet wird. Hauptsächlich weisen die Türkei, Südafrika, die Ukraine sowie Argentinien einige oder alle diese Merkmale auf. Anpassungsprozess in Indien und Indonesien im Gang Indien und Indonesien haben den Anpassungsprozess im Sommer 2013 nach dem berühmten «Tapering»-Kommentar von Ex-Notenbankchef Ben Bernanke begonnen. Von Mitte Mai 2013 bis Ende Januar 2014 verloren die dortigen Währungen deutlich an Wert. Die verbesserten Handelsbilanzen könnten bedeuten, dass die Währungen Indiens und Indonesiens den Großteil der Arbeit hinter sich gebracht haben. Die Türkei und Südafrika hingegen haben den Anpassungsprozess erst begonnen. Blickpunkt China Die derzeitige Verlangsamung der Wirtschaft in den Emerging Markets, besonders in China, stellt ein weiteres Risiko dar. Insbesondere für Rohstoff-Exportländer wie Indonesien, Brasilien und Russland. Der Handel zwischen den Emerging Markets erlebte im vergangenen Jahrzehnt einen Boom, und China wurde für die Emerging Markets viel wichtiger als die Industrieländer. Hohe Schulden von lokalen Regierungen und Sektoren mit staatlichen Unternehmen sind zusätzliche Risikoquellen, die zurzeit aber kontrollierbar erscheinen. Gemäß Asiens führender Aktienbroker und Investment Gruppe CLSA macht das Schattenbankensystem weniger als 20 Prozent der gesamten Verbindlichkeiten des Finanzsystems aus. Verbriefung gibt es beinahe nicht, Treuhandprodukte machen nur sieben Prozent der Aktiva des Bankensystems aus und die Zentralregierung hat noch genug finanzielle Kraft, um die lokalen Regierungen zu unterstützen. Deshalb ist eine wirtschaftlich „harte Landung“ nicht unser Hauptszenario für China im Jahr 2014. Wir erwarten weiterhin eine reale Bruttoinlandsprodukt-Wachstumsrate von 7 - 7,5 Prozent in diesem Jahr. Schuldenprobleme in Osteuropa Die Bedeutung der angehäuften Auslandschulden in Osteuropa darf nicht unterschätzt werden. Insgesamt schuldet die Region der Welt 1,2 Billionen US-Dollar. Es ist realistisch, anzunehmen, dass ein Großteil dieser Schulden letztlich in den Kredit- beziehungsweise Obligationenportfolios der europäischen Banken liegt. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass ein Kreditereignis in Osteuropa große Auswirkungen auf das gesamte europäische Finanzsystem hätte. Gewisse europäische Banken dürften dennoch unter ernsthaften Druck geraten. Der Anpassungsprozess wird wohl mit einer erhöhten Volatilität der Finanzmärkte einhergehen, und es ist wahrscheinlich, dass alle Anlageklassen in den Schwellenländern darunter leiden werden. Wenn der Korrekturprozess einmal beendet ist, sollten die Emerging Markets, vor allem die asiatischen Länder, wieder ein stärkeres Wirtschaftswachstum und höhere Anlagerenditen aufweisen. Die Märkte antizipieren eine Erholung schon Monate im Voraus. Die bessere Performance der Emerging Markets seit Mitte März könnte ein Anzeichen für eine solche Wende sein. Fazit Wir nehmen die oben genannten Risiken zur Kenntnis. Wir sind uns jedoch auch des Fortschritts bewusst, den gewisse Länder beim Lösen ihrer wirtschaftlichen und finanziellen Probleme gemacht haben. Unser BB Entrepreneur Asia Fonds erhöht die Gewichtung von Indien und Indonesien derzeit, da beide markante Fortschritte beim Ausgleichen ihrer wirtschaftlichen Ungleichgewichte machen. Zudem stehen im ersten Halbjahr 2014 in beiden Ländern Präsidentschafts- und Parlamentswahlen an, die von reform-offenen Kandidaten gewonnen werden dürften. Die längerfristige Binnennachfrage in Südostasien, getragen durch eine günstige Demografie, bleibt intakt. Weitere Verkaufswellen an asiatischen Aktienmärkten aufgrund von Schuldenproblemen oder negativen politischen Entwicklungen in Osteuropa wären eine gute Gelegenheit, um zu noch attraktiveren Bedingungen in asiatische Aktienmärkte einzusteigen. Die Publikation "Im Fokus-Medtech" mit weiteren Informationen zum Thema finden Sie hier zum Download.

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