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BCG-Studie: Krise als Chance

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Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle BCG-Studie „Herausforderungen der Krise: Globales Asset Management 2009“. Die Studie analysiert die Trends der weltweiten Anlagebranche und liefert eine Übersicht für mehr als 30 Märkte, die rund 95 Prozent des weltweiten Vermögensverwaltungs-Marktes ausmachen. Sie basiert auf Daten für das Gesamtjahr 2008 und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Branche. Nach sechs ergebnisstarken Jahren mit einem durchschnittlichen Wachstum von zwölf Prozent fiel Ende 2008 der Wert der weltweit verwalteten Vermögenswerte von 59,3 Billionen US-Dollar um 18 Prozent auf 48,6 Billionen Dollar. Am deutlichsten zeigten sich die Auswirkungen der Krise in Nordamerika. Dort waren Kapitalrückgänge von 21,5 Prozent auf 23 Billionen US-Dollar zu verkraften. In Europa sowie in der asiatisch-pazifischen Region ging das verwaltete Vermögen um jeweils 15 Prozent zurück und betrug Ende vergangenen Jahres 16,4 Billionen beziehungsweise 6,1 Billionen US-Dollar. Deutschland im internationalen Vergleich auf Platz 5 Deutschland schnitt mit einem Rückgang von 8,7 Prozent vergleichsweise gut ab. Mit einem verwalteten Vermögen von 2,2 Billionen US-Dollar liegt die Bundesrepublik im internationalen Vergleich auf dem fünften Platz. Mit einem Anteil von 45 Prozent des weltweit verwalteten Gesamtvermögens (22 Billionen US-Dollar) behaupteten die USA –
trotz eines Einbruchs um 21,5 Prozent – auch 2008 ihre führende Position. Nach den Ergebnissen der BCG-Studie sanken die Erträge der globalen Anlagebranche im vergangenen Jahr um zwölf Prozent. „Die Ergebnissituation könnte sich 2009 weiter verschärfen, weil viele Fondsgesellschaften 2008 noch von deutlich höheren Aktienkursen in der ersten Jahreshälfte profitierten“, so BCG. Während die durchschnittliche Ertragsrendite Ende 2007 bei 38 Prozent lag, pendelte sie sich bis Ende 2008 auf 34 Prozent ein – und erreichte damit den niedrigsten Wert seit fünf Jahren. Rund 80 Prozent der Vermögensverwalter verzeichneten 2008 rückläufige Ergebnisse, 30 Prozent von ihnen sogar um 30 Prozent oder mehr. Geldmarktfonds, ETFs und Spareinlagen sind Krisengewinner Unabhängig vom weiteren Konjunkturverlauf zeichnen sich laut BCG bereits einige Branchentrends ab. Geldmarktfonds, ETFs sowie Spareinlagen werden seit Ausbruch der Krise verstärkt nachgefragt. Die Nachfrage nach traditionell gemanagten Aktienfonds soll hingegen zurückgehen. Auch individuell zugeschnittene Anlagelösungen werden künftig eine wichtigere Rolle spielen. „Mit Blick auf das veränderte Marktumfeld sollten Asset-Manager ihr Geschäftsmodell überprüfen", erklärt Kai Kramer, Geschäftsführer im Frankfurter BCG-Büro und Mitautor der Studie. Um ihre Wettbewerbsposition auszubauen, sollten Vermögensmanager vor allem die Beratung im Vertrieb ihrer Produkte transparenter gestalten, das Risikomanagement stärken und Kosten einsparen. „Für führende Anbieter bieten sich jetzt Wachstumschancen durch Akquisitionen, die noch vor 18 Monaten undenkbar waren“, so Kramer.

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