Spieglein, Spieglein an der Wand… Viele Menschen wollen die Schönheitskrone tragen. Sie sind bereit, Kosten und Mühen in Kauf zu nehmen, um das eigene Spiegelbild aufzuhübschen. Dabei müssen es nicht gleich drastische Transformationen wie die von US-Schauspielerin Lindsay Lohan oder der Mutter des Kardashian-Clans, Kris Jenner, sein.

Laut der Marktforschungsagentur Vantage haben Menschen weltweit im vergangenen Jahr 38 Milliarden US-Dollar für medizinische Ästhetik gezahlt. Diese umfasst kleine Eingriffe wie Botox- und Hyaluroninjektionen aber auch nicht invasive Anwendungen wie Ultraschall- oder Radiofrequenztherapie zur Hautstraffung.

Um rund 10 Prozent pro Jahr soll der Markt für medizinische Ästhetik bis 2035 wachsen. Die beliebtesten Eingriffe sind Botoxbehandlungen, dicht gefolgt von Hyaluron-Unterspritzungen. Das geht aus einer Studie der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen hervor. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie (DGÄPC) nennt Botox als beliebtesten Eingriff - mit einem Anteil von 13,8 Prozent für die vergangenen zwölf Monate.

Steigende Lebenserwartung und „Lipstick“-Effekt

Auffallend ist der Anstieg an Schönheitsoperationen seit 2020. Ließen sich im Jahr 2020 weltweit rund 25 Millionen Menschen für ihre Optik operieren, waren es 2024 schon 38 Millionen.

Experten vermuten einen Zusammenhang mit globalen Krisen wie der Corona-Pandemie und den Konflikten im Nahen Osten und Osteuropa. Sie nennen das Phänomen den „Lipstick“-Effekt: Menschen bekämpfen die Mängel im Spiegelbild, um sich im Alltag besser zu fühlen. So stieg auch in der schweren Wirtschaftskrise der USA in den 30er-Jahren der Absatz von Lippenstiften.

Hohe Schönheitsstandards in der jungen Generation

Das Kontaktverbot während der Corona-Pandemie traf die Generation Z und die Millennials durch Schließung von Universitäten und öffentlichen Räumen zur Begegnung stark. Sie wichen dadurch vermehrt auf digitale Kanäle zur Kommunikation aus. Das perfekte Schönheitsbild in den durch Bilder und Videos getriebenen sozialen Medien reduziert die Zufriedenheit mit der eigenen Optik.

Rund ein Viertel der unter 30-jährigen Patienten sagt in einer Umfrage der DGÄPC, dass Social Media ihre Behandlungsentscheidung beeinflusst. Der Anteil von Botoxbehandlungen der unter 30-Jährigen betrug laut DGÄPC im Jahr 2024 noch 7,1 Prozent, im Sommer 2025 bereits 8,8 Prozent.

Mit Galderma, Abbvie und L’Oréal am Schönheits-Hype verdienen

Analysten von J.P. Morgan sehen neben zunehmendem Schönheitsbewusstsein, die alternden Bevölkerungen und das steigende Einkommen der mittleren Einkommensklasse als globale Treiber am Markt für medizinische Hauptpflegeprodukte.

Galderma (ISIN: CH1335392721) ist ein an der Schweizer Börse notierter Hautpflegekonzern. Die Analysten des europäischen Aktienteams von J.P. Morgan erwarten für das laufende Geschäftsjahr einen Umsatz von 5,2 Milliarden US-Dollar (4,5 Milliarden Euro). Sie korrigierten den Umsatz kürzlich um 2 Prozentpunkte nach oben.

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Sophia Graeff Buhl Nielsen vom Team europäischer Arzneimittel und Biotechnologie von J.P. Morgan erklärt den Zuwachs auch durch „eine saisonal bedingte Beschleunigung im Bereich der dermatologischer Hautpflege und eine anhaltende Dynamik im Bereich der injizierbaren Ästhetik“.

Für das Geschäftsjahr 2026 prognostizieren Analysten von J.P. Morgan einen Umsatz von 5,27 Milliarden Euro. Im Jahr 2024 verzeichnet Galderma einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro.

50 Prozent der Analysten empfehlen den Kauf 

Injizierbare Ästhetik macht laut Analysten von J.P. Morgan mit rund 42 Prozent den größten Anteil der abgezinsten Gewinne von Galderma aus. Nervengifte wie Botox haben einen Anteil an injezierbarer Ästhetik von rund 60 Prozent. Einen Anteil von rund 40 Prozent machen Filler wie Hyaluron aus, welche die Haut von innen aufplustern.

50 Prozent der Analysten vom globalen Aktienteam J.P. Morgans Team globaler Aktien empfehlen den Kauf, 38 Prozent empfehlen zu halten, 12 Prozent zu verkaufen.

Erwarteter Gewinn soll von 4,07 Euro auf 7,88 Euro steigen

Von dem Streben nach jugendlicher Haut profitiert auch das US-amerikanische Pharma- und Biotechnologieunternehmen Abbvie (ISIN: US00287Y1091). Der Umsatz belief sich 2024 auf 48,62 Milliarden Euro, der erwartete Gewinn pro Aktie soll von 4,07 Euro (2025) auf 7,88 Euro (2026) steigen.

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Andersen hält die Aktie jedoch für 20 Prozent überbewertet. Der Markt unterschätze laut ihr die zunehmende Konkurrenz und die Unsicherheit in risikoreicheren Bereichen der Pipeline, wie in den Neurowissenschaften. Botox trägt mit einem Anteil von 10 Prozent zum Umsatz bei.

„Wir gehen von einem langfristigen Wachstum im mittleren einstelligen Bereich für das Ästhetik-Portfolio aus, das über 2025 hinausgeht“, sagt Karen Andersen, Direktorin für Aktien-Analyse von Morningstar über Abbvie.

Abbvie plant 2026 die Markteinführung von Trenibot E, das nach acht Stunden wirkt, aber nur zwei Wochen anhält, während Botox erst nach einem Tag anschlägt und zwei Monate hält. „Trenibot E könnte mehr Patienten anziehen, die Bedenken wegen eines unnatürlichen Aussehens haben“, so Andersen.

Optimistisch stimmt auch der Blick nach China, wo Schönheitsbehandlungen zunehmend beliebt werden – etwa Botox gegen ausgeprägte Kaumuskeln für eine schlankere Kinnlinie. 

Pariser füttern Konsum von Schönheitsprodukten

Auch L’Oréal (ISIN: FR0000120321) verdient im Schönheitsgeschäft mit Make-up, Shampoo, Parfüm und Weiteren. Dan Su, Aktienanalystin bei Morningstar sagt über den Pariser Konzern: „Rückenwind gibt die wohlhabende, alternde Gesellschaft, die jünger aussehen und sich jünger fühlen möchte.“ Laut der Unternehmenshomepage richtet sich die angebotene Hautpflege an Kunden ab einem Alter von 30 Jahren.

Im Geschäftsbericht unterteilt L’Oréal die Produkte in vier Kategorien. Den meisten Umsatz generieren Haarpflege und Kosmetik im mittleren Preissegment und Düfte und Make-up im hohen Preissegment mit je 36 Prozent im laufenden Geschäftsjahr. Die Sparte Konsumenten Haarpflegeprodukte und Make-up bündelt für Verbraucher Brands wie NYX und L’Oréal Paris. Luxus umfasst das Parfümsegment mit Düften von Valentino und Yves Saint Laurent sowie Luxusmarken für Make-up wie Prada.

Dermatologische Schönheit meint in Deutschland in Apotheken erhältliche Hautpflege wie La Roche Posay und Cerave und macht rund 16 Prozent des Umsatzes aus. Die umsatzschwächste Sparte ist die professioneller Produkte – Haarpflege für Friseursalons wie die Marke Kérastase – mit einem Anteil von rund 12 Prozent.

Im vergangenen Jahr generierte L’Oréal Erlöse in Höhe von 43,48 Milliarden Euro. Der Gewinn pro Aktie für das Jahr 2025 soll 12,29 Euro betragen. Im kommenden Jahr sollen es 13,22 Euro pro Aktie sein.

Laut Geschäftsbericht für das dritte Quartal 2025 erhofft sich der Konzern Aufwind von der Übernahme des Luxusgeschäfts Kering für 4,7 Milliarden US-Dollar im Oktober. Das „Manager Magazin“ hat zuerst über den Kauf des Portfolios mit der zugehörigen Parfümmarke Creed berichtet.

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Für das Unternehmen sprechen nach Su L’Oréals innovative Produkte, mit denen es zügig auf Nachfragetrends reagiert und starke Marken. Zudem sieht sie das Marketing und die Logistik als Stärke des Unternehmens. Einen 18-prozentigen Kurszuwachs erwarten die Morningstar-Analysten von der L’Oréal-Aktie. Als riskant sieht Su zurückhaltende Kaufbereitschaft bei Schönheitsprodukten in den Kernregionen des Geschäfts in Nordamerika, Europa und Nordasien.

Schönheitsinvestitionen wirken am besten mit konjunkturrobusten Titeln

Wolfgang Lickl, Senior Portfoliomanager Healthcare bei Apo Asset Management weist auf den „Selbstzahlermarkt“ der medizinischen Ästhetik hin. „Klassische Medizinsparten wie Pharma, Biotech oder Medizintechnik sichern sich die Kostenübernahme durch Krankenkassen“, sagt Lickl. Das macht sie unabhängig von Wirtschaftsflauten. Investments in die Schönheit sollten deswegen durch andere konjunkturunabhängige Titel im Portfolio ergänzt werden. So können sie laut Lickl „zyklisch in guten Zeiten ein Zusatzertrag erzielen.“

ETFs mit hohem Beauty-Anteil

Für Anleger, die an die Chancen der Beauty-Industrie glauben, aber nicht auf Einzelaktien setzen möchten, bieten ETFs eine Alternative zum Direktinvestment. Auf den folgenden Seiten zeigen wir Ihnen deshalb, in welchen Produkten die drei Beauty-Aktien besonders hoch gewichtet sind. 

Dabei gilt es zu beachten, dass manche der hier vorgestellten ETFs nur über ein sehr überschaubares Volumen verfügen. Bei ihnen besteht ein höheres Risiko, dass sie irgendwann liquidiert werden. Mit Fonds und ETFs sind Anleger bei Kursverlusten eines einzelnen Unternehmens aber zumindest deutlich besser abgesichert als dies bei einem Investment in die einzelne Aktie der Fall wäre.

Quelle: FWW-Fondsexplorer; Stand aller Daten: 27. November 2025

Galderma

First Trust IPOX Europe Equity Opportunities ETF

  • Gewichtung von Galderma: Rund 4 %
  • Sektor: Aktienfonds All Cap Europa
  • Auflegung: 22.06.2021
  • Fondsgesellschaft: First Trust Global Portfolios Management
  • ISIN: IE00BFD26097
  • Max. Ausgabeaufschlag: 0,00 %
  • Maximal Drawdown seit Auflage: 39,54 %
  • Performance YTD: 5,88 %
  • Performance 1 Jahr: 3,70 %
  • Performance 3 Jahre: 40,93 %
  • Performance 5 Jahre: -
  • SRI: 4
  • Sharpe Ratio 1 Jahr: 0,71
  • Sharpe Ratio 3 Jahre: 0,94
  • Sum. lfd. Kosten: 0,73 %
  • Tracking Error 1 Jahr: 11,40
  • Tracking Error 3 Jahre: 8,67
  • Volatilität 1 Jahr: 16,71 %
  • Volatilität 3 Jahre: 13,75 %
  • Volumen in Mio. EUR: 1
  • Währung: EUR

Der First Trust IPOX Europe Equity Opportunities ETF umfasst die 100 größten in Europa domizilierten Unternehmen nach Börsenkapitalisierung. Die Performance auf einen Zeitraum von drei Jahren beträgt 40,93 Prozent bei einer Volatilität von 13,75 Prozent. Mit laufenden Kosten von 0,73 Prozent pro Jahr gehört er zu den höherpreisigen ETFs. Mit einem Volumen von nur 1 Million Euro ist der ETF sehr klein.

Die ETFs mit der nächsthöheren Gewichtung von Galderma führen den Pharma-Titel mit nur 1,3 Prozent, deswegen werden sie hier nicht explizit beschrieben: iShares MSCI Europe Mid Cap ETF (ISIN IE00BF20LF40) und Deka MSCI Europe MC ETF (ISIN DE000ETFL292).