Henning Lindhoff
22.08.2022

Börsenaufsicht ermittelt Geht bei Bed Bath & Beyond alles mit rechten Dingen zu?

Menschen in der Achterbahn
Menschen in der Achterbahn: Für Anleger von Bed Bath & Beyond ging es in den vergangenen Tagen hoch und runter.
© Montage von Henning Lindhoff mit Canva

Die Aktie von Bed Bath & Beyond (ISIN: US0758961009) erhitzt derzeit die Gemüter. Zunächst stieg der Kurs seit dem 28. Juli bis zum 17. August um 352 Prozent auf 23,08 US-Dollar. Dann fiel er prompt um 52 Prozent auf heute 11,03 US-Dollar.

Bemerkenswert ist, dass die Aktie in den vergangenen Jahren zunehmend schwankte. So etwas legt meist steigende Risiken innerhalb des Unternehmens nahe. Vor rund zehn Jahren war die Aktie des Haushaltswaren-Händlers noch eine recht solide Anlage mit Wachstumschancen. Doch seit 2013 gerät das Filialgeschäft von Jahr zu Jahr stärker unter Druck.

Schon vor der Corona-Krise hatte Bed Bath & Beyond im operativen Geschäft zu kämpfen. 2019 fiel der Umsatz um 2,6 Prozent auf 12 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen schrieb Verluste von mehr als 137 Millionen Dollar. Die Pandemie zündete dann den Turbo. Für das vergangene Geschäftsjahr liegt der Umsatz nur noch bei 7,9 Milliarden Dollar. Der Verlust beträgt 560 Millionen Dollar. Bed Bath & Beyond verpasst zudem regelmäßig die Erwartungen der Marktteilnehmer. 

Diese längerfristigen Probleme im operativen Geschäft liefern jedoch noch keine Grundlage für die Kurskapriolen der letzten Tage. Eine Erklärung finden wir vielleicht eher auf dem digitalen Börsenparkett. Der Venture-Capital-Investor Ryan Cohen beteiligte sich mit seiner Firma RC Ventures bereits im März an Bed Bath & Beyond. Damals stand der Aktienkurs bei deutlich über 20 Dollar.

Aktienkurs von Bed Bath & Beyond
Aktienkurs von Bed Bath & Beyond: Auf das 377-Prozent-Plus folgte das Minus um 52 Prozent. © S&P Global Market Intelligence

In der vergangenen Woche kam dann der große Knall: Cohen trennte sich von allen Anteilen. Nach Bekanntgabe der Verkäufe brach die Aktie ein. Institutionelle Investoren und Privatanleger gleichermaßen fordern nun Konsequenzen. Ob Cohen hier wirklich eine Pump-and-Dump-Strategie verfolgte, wie etwa Whitney Tilson, Gründer des Analysehauses Empire Research, behauptet, ist aber nicht sicher. Schließlich hatte Cohen sogar Verwaltungsratssitze bei Bed Bath & Beyond übernommen, um Einfluss auszuüben.

Cohen gilt seit Langem als aktivistischer Investor. Doch seine Pläne gingen womöglich nicht auf. Bed Bath & Beyond-Aktien fielen seit März immer weiter, sodass er zwischenzeitlich mehr als 70 Prozent seines Einsatzes verlor. Den jüngsten Kursanstieg nahm er dann als Chance wahr und verkaufte für insgesamt 178 Millionen Dollar. Einen Gewinn hat er damit höchstwahrscheinlich dennoch nicht erzielt.

Operativ sieht es für Bed Bath & Beyond weiterhin mau aus. Es droht sogar die Insolvenz. Ende Mai lag der Kassenbestand des Unternehmens bei nur noch 107,5 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Vor einem Jahr waren es noch fast 1,1 Milliarden.

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