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US-Konjunktur Beginnt die große Normalisierung der US-Wirtschaft?

New York findet zum normalen Leben zurück
New York findet zum normalen Leben zurück: Die Analysten von Aegon Asset Management sind nicht davon überzeugt, dass es strukturelle Faktoren gibt, die über mehrere Jahre hinweg starke und anhaltende Preissteigerungen bewirken können. | Foto: Imago Images / Levine-Roberts

Unser langfristiger Ausblick für die US-Wirtschaft geht davon aus, dass das Wachstum im Sommer 2021 seinen Höhepunkt erreicht hat und sich im Laufe der Zeit wieder auf dem Niveau des langjährigen Trends einpendelt. Die konjunkturelle Entwicklung hat sich damit rasch aus dem Tief herausgearbeitet, nachdem die Wachstumsrate 2020 pandemiebedingt im Jahresvergleich um 9 Prozent zurückgegangen war. Aktuell kommt starke Bewegung in den Arbeitsmarkt; es zeigt sich eine stärkere Dynamik als in klassischen Konjunkturzyklen, die in der Regel von einer allmählichen Verbesserung von Konjunktur und Arbeitsmarkt geprägt sind. Angesichts des allgemeinen Tempos dieser Expansionsphase glauben wir, dass der Zyklus allerdings viel kürzer sein wird als der letzte Zyklus, der länger als ein Jahrzehnt andauerte.

Die Verbraucher entscheiden über den Konjunkturverlauf

Der Schlüsselfaktor, der auf die künftige Konjunkturentwicklung einwirkt, liegt hier: Halten die Verbraucher das Wirtschaftswachstum weiter in Schwung, nachdem sich die öffentliche Hand aus der Finanzierung der Verbraucherausgaben zurückgezogen hat? Während der Pandemie-Achterbahnfahrt von Lockdown zu Lockdown wurde ein großer Teil der gesamten Verbraucherausgaben durch staatliche Gelder unterstützt. Sie kompensierten die nicht mehr gezahlten Löhne und Gehälter. Jetzt, da der Pandemie-Stimulus nachlässt, wird die Stärke – oder das mögliche Ausbleiben – der Erholung davon abhängen, wie stark die Privatwirtschaft wieder Tritt fassen kann.

Ein entscheidender Bereich, den es im Hinblick auf eine Normalisierung zu beobachten gilt, ist der Arbeitsmarkt. Die sogenannte Beveridge-Kurve stellt den Zusammenhang zwischen offenen Stellen und Arbeitslosigkeit grafisch dar. Sie zeigt einerseits den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und offenen Stellen und stellt andererseits strukturelle und konjunkturelle Arbeitslosigkeit gegenüber. Es gibt immer ein gewisses Maß an Sockelarbeitslosigkeit, also Arbeitslosigkeit, die auf ein Missverhältnis zwischen Qualifikationen und geografischen Gegebenheiten zurückzuführen ist. Während der Pandemie hat sich die Beveridge-Kurve nach oben und nach rechts verschoben, was darauf hindeutet, dass eine weitere Beeinträchtigung hinzugekommen ist, die die Arbeitslosigkeit fördert: Aufgrund gesundheitlicher Bedenken im Hinblick auf Covid-19 kehren viele Arbeitnehmer nur zögerlich auf den Arbeitsmarkt zurück. In den kommenden Jahren wird das Vorankommen der Normalisierung daran abzulesen sein, inwieweit die Beveridge-Kurve zu ihrem historischen Trend zurückkehrt.

Die Inflation geht vorüber, die Zinsen bleiben niedrig

Wir bei Aegon Asset Management sind der Meinung, dass die Inflation vorübergehend ist, da wir nicht davon überzeugt sind, dass es strukturelle Faktoren gibt, die über mehrere Jahre hinweg starke und anhaltende Preissteigerungen bewirken können. Vielmehr hängt der derzeitige Preisdruck in vielen Bereichen direkt mit den Engpässen in den Lieferketten zusammen, die auf ein rasches, massives Wiederhochfahren der Wirtschaft zurückzuführen sind. Darüber hinaus sind wir der Ansicht, dass die langfristigen Inflationserwartungen weiterhin verankert bleiben werden, was eine wichtige Determinante der Politik der US-Notenbank darstellt: Die Zinsen dürften niedrig bleiben.

Die Fiskalpolitik wird Unternehmen und Verbraucher wahrscheinlich weiterhin unterstützen, aber natürlich nicht annähernd in dem Maß, wie es zur akuten Bewältigung der Pandemie der Fall war. Dafür wurden rund 5 Billionen US-Dollar in einem Zeitraum von zwölf Monaten an Bürger und Unternehmen ausgereicht. Auch wenn die Biden-Administration derzeit sehr eindrucksvolle Pläne für Infrastrukturausgaben in Höhe von 1 Billion US-Dollar und Sozialausgaben (2 bis 3 Billionen US-Dollar) verabschieden will, beziehen sich diese Beträge auf einen Zeitraum von zehn Jahren. Die jährliche Summe, die in die US-Wirtschaft fließen soll, ist also nur ein kleiner Bruchteil der während der Pandemie ausgezahlten Konjunkturhilfen.

Wie wir uns jetzt positionieren

Das Ergebnis unserer makroökonomischen Analysen deutet auf ein anhaltendes, über dem Trend liegendes Wachstum hin. In diesem Umfeld bevorzugen wir Anlagen, die an das nominale Wachstum gekoppelt sind – Aktien sowie Anleihen, die im Zuge der Pandemie herabgestuft worden sind. Im weiteren Verlauf des Zyklus werden wir unser defensives Profil entsprechend dem veränderten Risiko-Ertrags-Profil ausbauen.

Zum kompletten Ausblick geht es hier.

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens und wurde redaktionell nur leicht bearbeitet.
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