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Bei Anlegerlieblingen nachgefragt So stellen sich bekannte Fondsmanager jetzt auf (Teil 3)

 | © dpa Picture Alliance Josh Edelson

© dpa Picture Alliance Josh Edelson

Michael Hasenstab, Fondsmanager, über den Templeton Global Bond (ISIN: LU0294219869)


Wie waren Sie zu Beginn des März aufgestellt?

Seit dem Frühjahr letzten Jahres bereiten wir uns auf ein Finanzmarktereignis vor. Wir haben in der zweiten Jahreshälfte 2019 Safe-Haven-Positionen im Japanischen Yen und Schweizer Franken hinzugefügt, um unser Portfolio vor einer plötzlich auftretenden globalen Risikoaversion zu schützen. Wir fügten auch die Norwegische Krone und die Schwedische Krone hinzu, da diese Länder über solide wirtschaftliche Fundamentaldaten und eine starke fiskalische Kapazität zur Abfederung wirtschaftlicher Schocks verfügen. Wir reduzierten unsere Positionen in Schwellenländern und sicherten einen beträchtlichen Betrag des Betarisikos der Schwellenländer in lokaler Währung durch Proxy-Hedges über ein negatives Australischer-Dollar-Exposure, spezifische direkte Absicherungen in der Indischen Rupie und Option-Tail-Hedges im Mexikanischen Peso ab. Was unser Liquiditäts- und Cash-Management betrifft, so konzentrierten wir uns weiterhin auf hohe Liquidität in unseren Strategien durch erhöhte Cash-Salden.

Was im Portfolio lief im März gut, was nicht so?

Der Rückenwind für die Leistung im ersten Quartal 2020 kam weitgehend von der netto-negativen Positionierung des Australischen Dollar, der während der Covid-19-Krise einen der stärksten Beiträge zur relativen Leistung geleistet hat. Der Australische Dollar zeigt eine starke positive Korrelation mit den Währungen der Schwellenländer aufgrund gemeinsamer Risikofaktoren, wie z.B. die Verbindungen zur chinesischen Wirtschaft und zu den Rohstoffmärkten. Darüber hinaus wirkte die netto-negative Positionierung im Euro als Absicherung gegen wirtschaftliche, politische und strukturelle Risiken in der Eurozone sowie gegen die breit angelegte Stärke des US-Dollar.

Wahrgenommene Safe-Havens wie der Japanische Yen und der Schweizer Franken haben zeitweise dazu beigetragen, breite Finanzmarktrisiken auszugleichen, haben aber noch nicht stark zur Performance beigetragen. Auch wenn der Yen aufgrund eines Verzögerungseffekts zunächst nicht wie erwartet abgeschnitten hat, bleibt er doch eine unserer höchsten Überzeugungen, um künftigen Wirtschafts- und Marktbelastungen entgegenzuwirken.

Gegenwind für die Performance ergab sich aus den US-Staatsanleihen. Auch Währungspositionen in Lateinamerika und Asien ohne Japan beeinträchtigten die Performance. Darüber hinaus litt die Norwegische Krone unter dem Rückgang des Rohölpreises aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen Saudi-Arabien und Russland über die Förderquoten. Unserer Ansicht nach ist sie derzeit im Verhältnis zu den wirtschaftlichen Fundamentaldaten überverkauft.

Betreiben Sie Risikosysteme? Wann haben die wie angeschlagen?

Das Investitionsrisiko wird durch einen Investitionsprozess gesteuert, der sich auf detaillierte, grundlegende makroökonomische und länderspezifische Analysen und einen robusten Risikorahmen stützt. Das Risikomanagement wird in jede Phase des Investitionsprozesses integriert.

Im vergangenen Jahr haben wir Risiken schrittweise zurückgenommen. Wir sahen erhebliche Überbewertungen von Risikoanlagen, die unserer Meinung nach durch einen geopolitischen, wirtschaftlichen oder Finanzmarkt-Schock anfällig waren. Aufgrund dieser Risikoreduzierung des Portfolios haben wir einige der niedrigsten Value-at-Risk-Werte seit langer Zeit erzielt. Es bestand also keine Notwendigkeit, das Portfolio aus Überlegungen zum Investitionsrisiko zu bereinigen.

Wie haben Sie Ihr Portfolio im März verändert?

Die Bewertungen der längerfristigen US-Staatsanleihen sind unserer Ansicht nach weiterhin anfällig für massive Staatsausgaben, steigende Defizite und einen Anstieg der Schuldenemissionen. Wir sind weiterhin untergewichtet in längerfristigen US-Treasuries, haben jedoch unsere verbleibenden negativen Durationsrisiken am langen Ende der Kurve im März abgebaut.

Wie sind Sie jetzt aufgestellt und blicken in die Zukunft?

Die Finanzmärkte befinden sich unserer Ansicht nach immer noch inmitten einer sich vertiefenden Kreditkrise. Außerordentliche Interventionen der US-Notenbank, einschließlich der Ankündigung einer unbegrenzten quantitativen Lockerung (einschließlich des Kaufs von Unternehmensanleihen), sollten für eine gewisse Stabilität sorgen, werden aber kein Allheilmittel für alle überlasteten Kreditmärkte sein. Darüber hinaus könnte das volle Ausmaß des Gesamtnachfrageschocks von den Märkten immer noch unterschätzt werden, selbst bei den erheblichen Ausverkäufen, die bisher zu verzeichnen waren. Wir versuchen weiterhin, Alpha aus anderen Quellen als den niedrig bis negativ ertragreichen entwickelten Märkten für festverzinsliche Wertpapiere abzuleiten und gleichzeitig die Risiken durch eine Reihe von als sicher geltenden Anlagen auszugleichen.

Wie hoch war und ist Ihre Kasse?

Unser Kassenbestand lag zu Beginn des Monats bei etwas unter 12 Prozent des Portfoliovermögens. Am Ende lagen sie immer noch auf einem erhöhten Niveau von fast 10 Prozent.

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