Bei Anlegerlieblingen nachgefragt So stellen sich bekannte Fondsmanager jetzt auf (Teil 1)

 | © Loys

© Loys

Christoph Bruns, Fondsmanager, über den Loys Global (ISIN: LU0107944042)


Wie waren Sie zu Beginn des März aufgestellt?

In den März sind wir mit einer 90-prozentigen Investitionsquote gestartet. Regionale Übergewichtungen bestanden in Europa und Asien und bei Small- und Mid-Caps.

Was im Portfolio lief im März gut, was nicht so?

Der amerikanische Aktienmarkt erwies sich im März wie bereits in den Vormonaten als robuster gegenüber seinen europäischen Pendants. Auch konnten sich großkapitalisierte Aktien, vor allem aus dem sogenannten Technologiebereich besser entwickeln als kleinere Unternehmen. Besonders Industrie-, Einzelhandels-, und Tourismusaktien kamen arg unter die Räder.

Betreiben Sie Risikosysteme? Wann haben die wie angeschlagen?

Im Fondsmanagementhaus Loys gibt es mehrere Risikomanagementmethoden, auf die zurückgegriffen wird und die sich bereits in vergangenen Krisen bewährt haben. Zu nennen sind hier Kassenhaltung, modelltechnisch diagnostizierte Unterbewertungen, regionale, sektorale, Größenklassen- und Währungsstreuung sowie konsequente Re-Analyse im Fall des Verfehlens von Kurszielen. Insgesamt indizieren unsere Systeme eine Paniksituation, aus der wir als relativer Gewinner hervorgehen wollen.

Wie haben Sie Ihr Portfolio im März verändert?

Der Kurseinbruch des März wurde genutzt, um die Investitionsquoten der Fonds hochzusetzten und kursverfallene Qualitätsaktien aufzusammeln. Angesichts der Outperformance amerikanischer Dividendentitel und des US-Dollars wurden im Loys Global die US-Gewichtungen heruntergenommen. Insgesamt hat das Fondsmanagement im März eine Bottom-Fishing-Strategie verfolgt. Wie bereits in der Vergangenheit wurde dabei insbesondere auf starke Bilanzen geachtet.

Wie sind Sie jetzt aufgestellt und blicken in die Zukunft?

Die Corona-Krise ist der Auslöser für die größte Rezession in der Weltgeschichte. Nahezu alle Länder und alle Branchen werden erfasst. Wirtschaft und Wohlstand werden deutlich schrumpfen. Durch eine Schuldenorgie ungekannten Ausmaßes werden die Maßnahmen während und nach der großen Finanzkrise in den Schatten gestellt. Die Rolle des Staates in der Wirtschaft nimmt einen großen Aufschwung. Systemische Gefahren sind vorstellbar. Gleichwohl werden starke Unternehmen mit einer verbesserten Marktposition aus der Krise hervorgehen. Die Aktienanlage ist angesichts der weltweiten Abschaffung positiver Zinsen nun vollends ohne Alternative. Allerdings drohen die zinsbasierten Altersvorsorgesysteme in der Welt zu kollabieren.

Wie hoch war und ist Ihre Kasse?

Wir sind jetzt voll investiert und wollen es auch sein. Aktien sind billig und werden ihren Eigentümern in den kommenden fünf Jahren viel Freude machen. Viele zittrige Anleger haben den Aktienmarkt panikartig verlassen.

Mehr zum Thema

WEITERE Bildergalerien
EMPFOHLENE Bildergalerien
NEU IN DER MEDIATHEK
nach oben