Ole Nielsen ist Fondsmanager des Aktienfonds Nielsen <br> Global Value

Ole Nielsen ist Fondsmanager des Aktienfonds Nielsen
Global Value

„Bei vielen Euroland-Aktien fehlt mir die Qualität“

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DAS INVESTMENT.com: Wie blicken Sie als unabhängiger dänischer Investor auf die aktuelle Euro-Krise?

Ole Nielsen: Die Lage ist zweifellos sehr ernst. Am Ende werden Griechenlands Gläubiger vermutlich auf mehr Geld verzichten müssen als von der Politik vorgesehen. Ob die Griechen anschließend die Währungsunion verlassen und welche Folgen das hat, lässt sich kaum seriös prognostizieren. Das sehe ich jedoch auch nicht als meine Aufgabe.

Mir geht es darum, hochprofitable, unterbewertete und zu Gunsten aller Aktionäre gemanagte Unternehmen zu finden – ganz egal, aus welcher Region oder Branche sie kommen.

DAS INVESTMENT.com: Derzeit halten Sie keine einzige Aktie aus der Eurozone. Gibt es wirklich kein Unternehmen aus Deutschland, Frankreich oder Spanien, das Ihren Qualitätsansprüchen genügt?

Nielsen: Unterbewertete Unternehmen gibt es dort genug, doch entweder fehlt es an der nötigen Qualität oder der Preis ist mir noch zu hoch. Gerade bei einigen eher kleineren deutschen Firmen könnten sich aber in Kürze Gelegenheiten ergeben.

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DAS INVESTMENT.com: Wie groß muss denn die Sicherheitsmarge zum rein rechnerisch fairen Preis sein?

Nielsen: Mindestens 40 Prozent. Bei einigen unserer Beteiligungen liegt sie sogar noch deutlich höher, beim skandinavischen Verlagshaus Aller Holding etwa sind es deutlich über 50 Prozent.

DAS INVESTMENT.com: Zu Ihren größten Positionen gehören mit Nordea und Ringkjöbing Landbobank auch zwei skandinavische Kreditinstitute. Was macht deren Reiz gegenüber vergleichbaren westeuropäischen Banken aus?

Nielsen: Bei beiden Instituten legt das Management den Fokus vor allem auf die Kreditqualität und das Risiko. Dadurch wird die Ertragskraft langfristig weiter steigen. Die Ringkjöbing Landbobank ist bereits jetzt die effizienteste und profitabelste Bank Dänemarks – wahrscheinlich sogar der ganzen Welt.

DAS INVESTMENT.com: Weniger Freude dürfte Ihnen Ihr seit Jahren hoher Japan-Anteil machen. Der hat vor allem 2010 eine bessere Performance verhindert.

Nielsen: Das stimmt, und auch mir gehen die Veränderungen in der japanischen Wirtschaft nicht schnell genug. Doch die dort von uns gehaltenen Titel – in erster Linie Sachversicherer – sind extrem unterbewertet und gleichzeitig signifikant überkapitalisiert. Solange das so bleibt, gibt es keinen Grund zu verkaufen.

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