Belastung durch Franken

SNB lässt Einlagensatz auf Rekordtief

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat den Einlagensatz am Donnerstag bei -0,75 Prozent belassen, wie in einer Bloomberg-Umfrage von 22 von 25 Ökonomen prognostiziert worden war.

Die Schweizer Wirtschaft fand sich am 15. Januar dieses Jahres in einem Schockzustand wieder, als die Notenbank ankündigte, sie werde den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro aufgeben und ihre Gebühr für Sichteinlagen erhöhen. Die Maßnahmen ließen den Franken kräftig steigen, während der Aktienmarkt einbrach. Die Entwicklung brachte Finanzinstituten Verluste und erhöhte die Gefahr einer konjunkturellen Abkühlung.

“Bei der Gestaltung ihrer Geldpolitik trägt die Nationalbank weiterhin der Wechselkurssituation und deren Einfluss auf Inflation und Wirtschaftsentwicklung Rechnung”, erklärte die Notenbank am Donnerstag. “Sie bleibt deshalb bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv, um die monetären Rahmenbedingungen zu beeinflussen.”

Seit Anfang Februar hat der Franken schwächer als 1,04 Franken je Euro notiert, sogar als die Europäische Zentralbank mit einer quantitativen Lockerung begann. Dennoch bleibe der Franken massiv überbewertet, sagte Thomas Moser, ein stellvertretendes Mitglied des Direktoriums, im vergangenen Monat.

Die Währungshüter haben auch die Spanne für den Dreimonats- Libor bei -1,25 Prozent bis -0,25 Prozent belassen, wie von den Ökonomen erwartet.

Zwar hat die SNB wiederholt erklärt, dass sie auch nach Aufgabe des Mindestkurses gegebenenfalls zu Interventionen an den Devisenmärkten bereit sei. Jedoch sind die Sichtguthaben - die Barmittel, die die Geschäftsbanken bei der Notenbank haben - seit Anfang Februar gesunken; ein Zeichen, dass es keine große Marktaktivität gegeben hat.

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