Votum-Positionspapier: Verband sieht Beratung als Schlüssel zur Altersvorsorge
Berater schlägt KI: Auch der Branchenverband Votum argumentiert in seinem aktuellen Positionspapier „Das Beratungs-Plus: Der Wert persönlicher Finanzberatung in Zahlen“ in eine ähnliche Richtung. Der Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungs-Unternehmen in Europa sieht die persönliche Beratung als entscheidenden Hebel dafür, dass Altersvorsorge überhaupt zustande kommt.
Dabei bezieht sich der Votum-Verband auf die Sonderbefragung „Value of Advice“ des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung (DIVA) von Juni 2026, für die 2.000 Menschen in Deutschland befragt und nach Beratungskontakt in den vergangenen fünf Jahren segmentiert wurden. Demnach beginnen 61 Prozent der Beratenen bereits vor dem 34. Lebensjahr mit dem Vermögensaufbau, gegenüber 41 Prozent der Nicht-Beratenen. Nur 2,1 Prozent der Beratenen haben sich noch gar nicht mit Altersvorsorge beschäftigt – ohne Beratungskontakt sind es 22,5 Prozent. Zugleich hatten laut DIVA-Erhebung 59,1 Prozent der Bundesbürger in den vergangenen fünf Jahren überhaupt keinen Beratungskontakt.
Darüber hinaus verweis Votum auf ein Experiment einer Direktbank, bei dem lediglich 5 Prozent der Kunden ein kostenloses, unabhängiges Beratungsangebot annahmen. Dies zeige, dass digitale Abschlussstrecken und staatliche Standardlösungen die aktive Ansprache durch einen Berater nicht ersetzen könnten, heißt es vom Verband.
Mit Blick auf die geplante gesetzliche Kapitalrente warnt Votum-Vorstand Martin Klein vor einer trügerischen Sicherheit: Eine kapitalgedeckte Komponente von 2 Prozent werde die individuelle Versorgungslücke nicht schließen, so Klein. Die im Bericht der Alterssicherungskommission angelegte Wahlfreiheit zwischen staatlichem Fonds und zertifizierten privaten Anbietern lasse sich nur mit qualifizierter Beratung tatsächlich nutzen.
Votum vertritt als Branchenverband rund 100.000 angebundene unabhängige Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler und positioniert sich damit erkennbar im eigenen Interesse gegen Eingriffe in die Provisionsvergütung sowie gegen eine Stärkung beratungsfreier Vertriebswege im Zuge von EU-Kleinanlegerstrategie und Altersvorsorgereform. Die zitierten DIVA-Zahlen stammen aus einer Studie, die im Auftrag oder Umfeld der Branche entstanden ist.

