Beratungsfirma Egon Zehnder

Mario Draghi holt sich Rat

Drei informierte Personen berichten, dass EZB-Präsident Mario Draghi die Beratungsfirma Egon Zehnder mit der Überprüfung ihrer Prozesse beauftragt hat, mit dem Ziel, die Effizienz zu verbessern. Die Prüfung habe in diesem Jahr mit einer Mitarbeiterbefragung und Führungskräfteinterviews begonnen, hieß es.

Sechzehn Jahre, nachdem die EZB als Zentralbank für den Euro gegründet wurde, sind ihre Aufgaben weit über die bloße Geldpolitik hinaus gewachsen. Mit der Prüfung durch Egon Zehnder folgt die EZB dem Beispiel der Bank of England. Deren Gouverneur Mark Carney hatte 2013 den Rat von McKinsey & Co. eingeholt, was zu einem Drei-Jahres-Plan zur Zusammenlegung von Abteilungen und zur Verbesserung der Koordination führte.

Einer der informierten Personen zufolge hat Egon Zehnder dem EZB-Management bereits vorläufige Ergebnisse ihrer “360- Grad-Beurteilung” präsentiert. Dabei sei es um Themen wie Organisationsstruktur, Mitarbeiterführung und Mentoring gegangen. Die Arbeit werde in den kommenden beiden Monaten fortgesetzt, und bei weiteren Konferenzen sollten konkrete Änderungsvorschläge formuliert werde, so die informierte Person. Der Auftrag erstrecke sich aber nicht auf Budgetfragen, fügte sie hinzu.

Ein EZB-Sprecher wollte keinen Kommentar abgeben. Ein Sprecher von Egon Zehnder sagte, das Unternehmen äußere sich nicht über Firmen oder Personen, egal ob es sich um Kunden handele oder nicht.

Die laufende Überprüfung ist die größte ihrer Art bei der EZB seit 2005. Damals hatte die Zentralbank neue Funktionen innerhalb bestehender Direktionen geschaffen und andere zusammengelegt. Laut EZB-Website hatte die Notenbank bereits 2013 einmal Egon Zehnder angeheuert und damals 2,1 Millionen Euro für Dienstleistungen bei der Personalbeschaffung gezahlt.

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