Die Nachrichten aus dem Hause Berenberg reißen nicht ab: Bei der Hamburger Privatbank verlieren mehrere Führungskräfte im Wealth-Management ihre Posten. Sven Friske, der die bundesweite Leitung des Bereichs erst Ende 2025 übernommen hatte, muss gehen – seine Position streicht das Institut ersatzlos. Das berichtet das „Handelsblatt“. Die bisher ihm unterstellten Standortleiter berichten künftig direkt an Frederik Gottlob, der den neu gebündelten Zentralbereich Corporate, Wealth and Asset Management verantwortet.
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Gottlob begründete den Schritt gegenüber dem „Handelsblatt“ mit dem Ziel, die zusammengelegten Bereiche enger zu verzahnen und schlagkräftiger aufzustellen. Die Verantwortung solle künftig stärker in den Regionen liegen, also direkt an den Standorten, an denen die Kunden betreut werden.
Standort Hannover wird geschlossen
Auch andernorts wird die Führungsebene ausgedünnt. Den Standortleiter in Hannover, Ali Reza Panah-Pouri, trifft es, weil Berenberg die niedersächsische Niederlassung ganz aufgibt. Der erst 2024 eröffnete Standort habe die Erwartungen nicht erfüllt, verwies ein Sprecher. Die dortigen Kunden werden auf andere Standorte verteilt, darunter Bremen, Hamburg und Berlin. In Hamburg wechselt ebenfalls die Führung: André Nogat verlässt die Bank, die Geschäfte übernimmt dort Hannes Roffmann. Zusätzlich soll ein Teamleiter ausgetauscht worden sein. Über die Umbauten im Wealth-Management hatte zuerst der „Platow-Brief“ berichtet.
Nicht alle Abgänge erfolgen unfreiwillig. Dennis Herrmann, der das Beratungsteam für professionelle Kunden leitete, zieht es Finanzkreisen zufolge zur Schweizer Bank Julius Bär – ebenso wie den früheren Wealth-Management-Chef Klaus Naeve. Laut „Bloomberg“ verlässt auch KI-Chef Nico Baum, zugleich Head of Solutions, das Haus auf eigenen Wunsch. Die Bank wollte das nicht kommentieren.
Unruhe hält nach dem Bafin-Eingriff an
Die Personalwechsel fallen in eine ohnehin angespannte Phase. Im Juni hatte die Bafin den kompletten Vorstand abgesetzt und zwei Sonderbeauftragte als Geschäftsleiter eingesetzt – einer davon ist Berenbergs früherer Co-Chef Hans-Walter Peters. In ihrem jüngsten Lagebericht räumte die Bank ein, dass die Lage Mitarbeiterbindung, Motivation und Wohlbefinden je nach Bereich unterschiedlich belaste. Eine „erhöhte Fluktuation“ nehme sie infolge der Vorfälle aber noch nicht wahr.