Die Hamburger Privatbank Berenberg verzeichnet Schwierigkeiten in ihrem Fondsgeschäft. Die vor einigen Jahren gestartete Expansionsstrategie zeigt nicht die gewünschten Erfolge, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet.

Zwischen 2017 und 2021 konnte Berenberg rund 3,5 Milliarden Euro an Investorengeldern für seine Fonds einwerben, wie Schätzungen der Fondsratingagentur Morningstar belegen. Doch von diesem Erfolg ist wenig geblieben: Zwischen 2022 und Ende April 2025 zogen Anleger wieder 2,5 Milliarden Euro aus den Fonds ab. Das Volumen der 27 bei Morningstar hinterlegten Berenberg-Produkte betrug Ende April dieses Jahres lediglich drei Milliarden Euro. 

Die Zahlen deuten auf ein grundlegendes Renditedefizit hin: Nur sieben von 20 Anlageprodukten, die mindestens fünf Jahre bestehen, erzielten dem „Wirtschaftswoche“-Bericht zufolge über diesen Zeitraum überdurchschnittliche Renditen im Vergleich zu Konkurrenzprodukten.

Europa-Fonds unter Druck

Besonders betroffen seien Fonds mit Fokus auf europäische Aktien, die ursprünglich als Wachstumstreiber konzipiert waren. Der Berenberg Eurozone Focus Fonds etwa verzeichnete über fünf Jahre einen Wertzuwachs von lediglich 15 Prozent, während ein ETF auf den Euro Stoxx 50 im selben Zeitraum 113 Prozent erzielte.

Auch der europäische Small-Cap-Fonds Berenberg European Small Cap konnte die jüngste Aufwärtsbewegung der Nebenwerte nicht ähnlich umfassend mitnehmen wie viele Fonds der Mitbewerber – unabhängig davon, ob diese sich auf Europa oder sogar nur auf Deutschland fokussierten. Dennoch ist die Volatilität deutlich höher. Das zeigt dieser Vergleich:

Weitere Informationen
Quelle Fondsdaten: FWW 2026

 

Personelle Veränderungen im Multi-Asset-Bereich

Nach Informationen von DAS INVESTMENT kommt es auch zu Personalwechseln im Frankfurter Multi-Asset-Team der Bank. Mehrere Portfoliomanager haben das Institut im März freiwillig verlassen oder werden es in Kürze verlassen.

Berenberg hat bereits in den vergangenen Wochen Stellen für Portfoliomanager im Multi-Asset-Bereich neu ausgeschrieben, die auf Linkedin von leitenden Mitarbeitern geteilt wurden. Diese Positionen waren laut Informationen von DAS INVESTMENT zuvor mit Personen besetzt, die teilweise erst seit 2022 oder 2023 für die Bank tätig waren. Einige haben ihren (geplanten) Abgang gegenüber unserem Medium bereits bestätigt, wollen ihn aber offiziell nicht kommentieren.

Alle betroffenen Portfoliomanager waren dem Bereich von Chefanlagestratege Bernd Meyer zugeordnet.

Auf Anfrage wollte sich Berenberg zu den personellen Veränderungen nicht äußern.