Kiew, die Hauptstadt von der Ukraine; <br> Quelle: Pixelio

Kiew, die Hauptstadt von der Ukraine;
Quelle: Pixelio

Berenberg macht Ukraine-Fonds dicht

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Wie der Fondsmanager Peter Reichel auf Nachfrage von DAS INVESTMENT.com erklärte, hat die Gesellschaft ihren Ukraine-Fonds zum Jahreswechsel 2010/2011 mit dem Berenberg Balkan Baltikum Fonds zusammengelegt und den Fondsnamen in Berenberg Osteuropa geändert.

Als Grund für die Fondsfusion nennt Reichel das kleine Volumen von zuletzt 7 Millionen Euro sowie das Verhalten mancher institutioneller Investoren, die den Fonds als ETF genutzt hatten. „Wenn Großinvestoren erst 3 oder 4 Millionen Euro in den Fonds pumpen, um diese eine kurze Zeit später, wenn der Kurs gestiegen ist, wieder herauszunehmen, schlägt sich das negativ auf die Wertentwicklung nieder“, sagt der Manager. Kommen noch die hohen Transaktionskosten, die in der Ukraine bei 1 bis 1,5 Prozent liegen können hinzu, lässt sich der Fonds nicht mehr effizient managen.

Außerdem sei ein Fonds, der sich ausschließlich auf einen einzelnen Markt konzentriert, zumal einen derart kleinen wie die Ukraine, sehr störungsanfällig. So werden an der ukrainischen Börse im Schnitt täglich gerade einmal 10 Millionen Euro umgesetzt. Bei dieser Größenordnung fallen selbst ein paar institutionelle Anleger, die plötzlich ihre Risikoabneigung entdecken und ihre Gelder aus dem Markt zurückziehen, stark ins Gewicht.

Daher habe man den Anlegern einen breiter aufgestellten Osteuropa-Fonds anbieten wollen, der in der Region investieren kann, aber nicht muss. Der Berenberg Osteuropa kann bis zu 20 Prozent seines Portfolios in Ukraine-Aktien halten – oder diesen Anteil auf 0 Prozent herunterfahren. Aktuell sind laut Reichel 2,5 Prozent des Vermögens in Ukraine-Aktien angelegt. „Der Markt hat sich in den vergangenen zwei Jahren hervorragend entwickelt und ist derzeit in Relation zur Gesamtkapitalverzinsung der Unternehmen relativ teuer“, sagt Reichel. Er setze derzeit bevorzugt auf Kasachstan, Rumänien und Kroatien, die im vergangenen Jahr nicht so gut gelaufen sind und noch gutes Wachstumspotenzial haben, sowie auf die Türkei.

Anleger, die noch Anteile des Berenberg Ukraine-Fonds besitzen, sind jedoch im Nachteil. Sie bekommen für einen Ukraine Fonds Anteil einen halben Anteil des Osteuropa Fonds.

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