Bertelsmann Stiftung Rentenreform hat Zukunftsfestigkeit des Systems verschlechtert

Die internationale Studie der Bertelsmann Stiftung bewertet anhand von 136 Indikatoren Regierungshandeln und Reformen aller OECD- und EU-Staaten (41 Länder). In der Gesamtwertung liegt Deutschland wie im vergangenen Jahr auf dem 6. Platz hinter den skandinavischen Ländern und der Schweiz. Gut schneiden die Deutschen danach beim Arbeitsmarkt und im Bereich Umweltpolitik ab. Nachholbedarf gibt es dagegen in der Rentenpolitik.

In letzterem Punkt habe es deutliche Rückschritte gegenüber früheren Erhebungsrunden gegeben, berichtet die Bertelsmann Stiftung weiter. Hier verschlechterte sich Deutschland im Vergleich zu 2014 um 10 Plätze auf Rang 30.

Rente mit 63 ist ein falsches Signal

Grund sind laut Studienautoren die Rentenreformen der Großen Koalition, die die Generationengerechtigkeit und Zukunftsfestigkeit des Rentensystems verringert hätten. Die Rente mit 63 weiche die Reformen der vergangenen Jahre auf und sei ein falsches Signal. „Bei niedrigen Geburtenraten und gleichzeitig steigender Lebenserwartung wird es unvermeidlich, dass wir länger in die Rentenkassen einzahlen müssen, damit das Rentenniveau nicht zu stark absinkt. Die Rentenreformen der Großen Koalition sind jedoch Klientelpolitik zu Lasten der jüngeren Generationen“, sagt Arbeitsmarktexperte Daniel Schraad-Tischler.

Auch das Armutsrisiko habe sich in Deutschland wieder etwas erhöht. Galten 2013 noch 9,4 Prozent der Bevölkerung als einkommensarm, waren es 2014 10,5 Prozent der Bevölkerung. Das heißt, diese Menschen haben weniger als 50 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung. Insbesondere Alleinerziehende sind überproportional von Armut betroffen.



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