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Berufsunfähigkeit BU zu teuer? Das sind die Alternativen zur traditionellen Vorsorge

Kürzlich wurde der Chefvolkswirt der Munich Re, Michael Menhart, in einem Interview zur Zukunft der biometrischen Datenauslese befragt. Auf die Frage, ob bald Apps auf Handy oder Smartwatch die Versicherungsgeschäfte der Kunden steuern könnten, zeigt sich Menhart überzeugt, dass es künftig verstärkt solche Angebote geben wird. Der Mann muss es wissen: Bereits seit zehn Jahren führt der größte deutsche Rückversicherer jährlich biometrische Portfolio-Analysen durch. Quelle ist ein Datenpool, der rund 50 Prozent aller auf dem deutschen Markt befindlichen Berufsunfähigkeits-, Renten- und Todesfallpolicen abdeckt. Im Gegenzug bekommen die teilnehmenden Gesellschaften biometrische Auswertungen für alle abgefragten Parameter.

Klar ist: Je mehr Daten vorliegen, desto besser können die individuellen Risiken zugeordnet werden. Und vielleicht mischen in Zukunft Google, Amazon und Facebook im Markt um die Absicherungen der Lebensrisiken entscheidend mit. Denn niemand sonst weiß anhand der Online-Aktivitäten so genau, wie gesund wir uns ernähren, ob wir Sport treiben oder welche Medikamente wir nehmen.

Auch der europäische Gesetzgeber hat die Bedeutung von Daten für das Bestandsmanagement der Versicherer erkannt. Im Rahmen von Solvency II fordert er jetzt von den Lebensversicherern, dass sie fundierte Einschätzungen, „Best Estimates“, für die Risiken in ihrem Bestand abgeben.

Vermessung des Individuums

In der Versicherungswissenschaft beschreibt der Begriff „Biometrie“ die Risiken, die mit dem Lebensablauf zusammenhängen – wie Alter, Invalidität, Pflege und Tod. Das eigene Leben, die Gefahr, pflegebedürftig zu werden oder seine Arbeitskraft einzubüßen, sind die wichtigsten Dinge, die es abzusichern gilt.

Kein Wunder, dass angesichts des rückläufigen Neugeschäfts bei Lebens- und Rentenversicherungen – die niedrigen Zinsen zeigen Wirkung – die Branche in der Arbeitskraftabsicherung besondere Chancen sieht.

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