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Berufsunfähigkeitsversicherung

BU-Prämien steigen mit späterem Versicherungsende deutlich

Dirk Pappelbaum, Inveda.net

Bis zu welchem Alter sollte man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen? Der Rat der Experten ist hier eindeutig, die Leistungsdauer einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte sich am geplanten Renteneintrittsalter orientieren. Wie so oft ist der Rat der Experten nicht unbedingt wirtschaftlich die sinnvollste Lösung, orientiert er sich meist an Haftungsproblemen, denn rät ein Versicherungsmakler zu einer kürzeren Leistungsdauer, kann er unter Umständen für die entstandene Deckungslücke haftbar gemacht werden.

Das Risiko einer Berufsunfähigkeit sollte nicht unterschätzt werden. In Deutschland werden im Durchschnitt ca. 200.000 bis 300.000 Menschen pro Jahr berufsunfähig (Quelle: BU-Experten). Mit dem Eintritt in das Erwerbsleben sollte deshalb immer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Bei der Höhe der Absicherung streiten sich die Experten, sie sollte jedoch mindestens 80 Prozent des Nettoeinkommens betragen (Quelle: DIN-Norm 77230 Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte).

Da das aktuelle Renteneintrittsalter bei 67 Jahren liegt, sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch bis zu diesem Alter laufen. Die Versicherer bieten jedoch auch kürzere Laufzeiten an. Je geringer das Ablaufalter, desto geringer ist auch das Risiko für den Versicherer, denn die Gefahr berufsunfähig zu werden, steigt mit zunehmendem Alter überproportional (Quelle: Aktuar.de).

Preisunterschiede bei geringeren Ablaufaltern

Auch wenn der Rat lautet die Versicherung bis zum Alter von 67 Jahren abzuschließen, lohnt es sich einmal zu schauen, welche Preisunterschiede bei geringeren Ablaufaltern bestehen. Nutzt man zum Beispiel das eingesparte Kapital für eine Altersvorsorge könnte ein früherer Renteneintritt möglich sein. Wir haben deshalb die Prämien für die Ablaufalter: 55, 60, 63 und 67 Jahre verglichen und erhebliche Prämienunterschiede festgestellt.

Für unseren Vergleich haben wir eine Vergleichsperson mit folgenden Parametern gewählt. Die BU-Rente soll 1.600 Euro betragen, eine AU-Klausel enthalten, sowie eine jährliche Rentensteigerung von mindestens 2 Prozent berücksichtigen. Unsere Person ist 40 Jahre alt, ein Nichtraucher und arbeitet als Bürokaufmann.  

Für den Vergleich der Berufsunfähigkeitsversicherungen wurde dabei unser Inveda Makler Assistent (IMA) verwendet. Dieses Software-Tool dient Versicherungsmaklern zur Bestandsverwaltung, Risikoanalyse und Kundenberatung. Dabei kann durch das Programm ein Vergleich von verschiedenen Berufsunfähigkeitsversicherungen vorgenommen werden.

5 Berufsunfähigkeitsversicherungen im Vergleich

Es können somit 36 BU-Tarife von 17 Versicherungsgesellschaften analysiert und miteinander verglichen werden. Als Folge können auch die Kostenunterschiede zwischen den unterschiedlichen Versicherungsenden der ausgewählten Berufsunfähigkeitsversicherungen ermittelt werden.

Die für den Vergleich ausgewählten Versicherungen sind dabei die kostengünstigsten Berufsunfähigkeitsversicherungen, welche für die Vergleichsperson mit einer Versicherungsdauer bis zum Alter von 67 Jahren verfügbar sind. Folgende Versicherungen wurden somit für den Vergleich ausgewählt:

  • Dialog SBU-Professional
  • Basler BPL
  • Interrisk SBU XL
  • Canada Life BU
  • Axa BU SBV
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Der erstellte Vergleich zeigt, dass gravierende Kostenunterschiede für die ausgewählten Berufsunfähigkeitsversicherungen mit verschiedenen Versicherungsenden bestehen. Für die Berufsunfähigkeitsversicherung der Dialog gilt dabei sogar, dass die Kosten für ein Versicherungsende von 67 Jahren mehr als viermal so hoch sind (101,12 Euro pro Monat), wie für die gleiche Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Dauer bis zum Alter von 55 Jahren (24,77 Euro pro Monat).

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Für die anderen Berufsunfähigkeitsversicherungen entstand ein ähnliches Bild - auch wenn die Unterschiede ein wenig geringer ausfallen. So waren die Nettobeiträge bei der Berufsunfähigkeitsversicherung der Axa mit einem Versicherungsende mit 67 Jahren „nur“ dreimal so hoch (125,28 Euro pro Monat), wie für ein Ende im Alter von 55 Jahren (41,51 Euro pro Monat).

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Aber auch die Unterschiede zwischen einem Ende des Versicherungsvertrages mit 67 und mit 63 Jahren sind schon erheblich. Die Ersparnis mit einem Ende im Alter von 63 Jahren liegt dabei zwischen 28,2 Prozent (Canada Life) und 36,5 Prozent (Dialog).

Kann eine kürzere Laufzeit eine Alternative sein?

Für unsere Vergleichsperson würde sich das dann so darstellen, dass sie durch die jährliche Rentensteigerung im Alter von 60 Jahren eine BU-Rente von 2.377,51 Euro erhalten könnte. Sollte der Versicherungsnehmer mit 60 bis zum Alter von 67 Jahren berufsunfähig sein, würden ihm Zahlungen in Höhe von 199.710,84 Euro entgehen. Die Beitragsersparnisse wären mit 13.466,40 Euro hingegen um ein Vielfaches geringer.

>Vergrößern! Grafik: Inveda.net


Über den Autor

Dirk Pappelbaum ist Geschäftsführer des Leipziger Software-Anbieters Inveda.net. Schwerpunkt des 2002 gegründeten Unternehmens ist die Software-Entwicklung für die Versicherungswirtschaft in den Bereichen CRM, Beratungsprotokolle, Tarifvergleiche, Antragstellung, Provisionsabrechnung und Online-Portale.

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